Rumänien 2007 – 2.

26.7.
Budapest war unheimlich schön, aber kurz, mit noch weniger Schlaf. Über zwei Stunden bin ich in keiner der beiden Nächte hinausgekommen. Gut, in diesem schönen türkischen Bad hab ich dann auch noch 30 Minuten geschlafen – im Wasser. Budapest ist jedoch eine andere Geschichte und so überspringe ich diesen Teil meiner Fahrt und komme gleich zu meiner Ankunft in Debrecen, Ungarns zweitgrößter Stadt. An diesem Tag habe ich von ihr allerdings nicht viel gesehen, vielmehr packte ich gleich meine Sachen aufs Rad und düste in Richtung rumänischer Grenze los, die ich nahe Săcueni überfuhr. Nach 87 Km war denn aber mein Tag zu ende und ich fand einen netten Schlafplatz in einem kleinen Wäldchen.


Von herausragender kultureller Mannigfaltigkeit sollte die Tour nicht getragen werden. Das Ziel meines Fahrens war das Fahren und Vorankommen. Zwar hatte ich meine Strecke schon vorher weitestgehend (aber locker) geplant und einige Punkte standen auf meiner „Unbedingt-Liste“, sehr viele waren dies allerdings nicht – zumal ich die Liste eh daheim ja eh vergessen hatte. Ein typischer Tag sah für mich folgendermaßen aus: frühes Erwachen zwischen 6 und 8 Uhr, gemütliches Frühstücken & Sachen verpacken, den Schlafsack trocknen lassen, Überfliegen der Tagesroute und losfahren. Sehr ungern mache ich kurze Pausen, danach brauche ich einfach wieder einige Zeit, um in Tritt zu kommen. Kurze Pausen bestanden dann auch nur darin mal kurz in einen kleinen Laden oder eine Tankstelle zu springen, Essen und Trinken zu kaufen, die Radflaschen wieder aufzufüllen und schnell etwas (etwas essbares) in den Mund zu stecken. Ab und an habe ich eine längere Mittagspause eingelegt, mir eine Kleinigkeit gekocht und es gemütlich angehen lassen. Geprägt waren die Tage aber natürlich vom stundenlangen Pedalieren.
In Ungarn war die Fahrt noch sehr angenehm, die Straßen waren durchweg in einem guten Zustand und die Landschaft geprägt von sandigem Boden und entsprechenden Pflanzen. Hier habe ich auch mein erstes Pferdefuhrwerk gesehen. In Sacueni, im ersten rumänischen Ort gleich hinter der Grenze, lief vor mir ein Schwein über die Straße (ohne nach links-rechts-links zu gucken!). Das hat mich schon etwas verwirrt, machte mich aber umso neugieriger auf dieses Land.
Die erste Nacht hatte ich also erfolgreich hinter mich gebracht und bin trotz der gewaltigen Tiere um mich herum (oder waren es doch nur Mäuse?) zufrieden eingeschlafen. Gerade zu Beginn einer jeden längeren Tour die ich allein bestreite, werde ich jedoch etwas melancholisch, vermisse alles und jeden und wünsche mir mindestens noch einen Freund hinzu. Das war hier nicht anders, zumal ich nicht nur 33 Tage unterwegs sein, sondern danach direkt zu meiner Praktikumsstelle fahren sollte.

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