Rumänien 2007 – 5.


29.07.

Wegtechnisch habe ich ziemlich tief ins Klo gegriffen, mein weg führt mich mit großer Beharrlichkeit über eine ordentlich befahrene und aus Betonplatten bestehende Hauptstraße (E 58). Die Überholmanöver sind häufig heikel und der Komfort ist dank mannigfaltiger Dehnungsfugen und enorm zahlreicher sonstiger Schlaglöcher mehr als bescheiden. Irgendwann fange ich an die Dehnungsfugen auf die Kilometer hochzurechnen…

Fuchs zum Frühstück

Fuchs zum Frühstück

Am Tagesbeginn hat es ab 11 Uhr ein klein wenig getröpfelt und über die Nacht hatte ich ordentlich Kondenswasser im Zelt, welches den Schlafsack befeuchtet hatte, der daraufhin erstmal gut trocknen musste. Zum Frühstücken hatte ich entsprechend einige Zeit. Ein Fuchs rennt den Weg lang, ich also mit meinem Foto hinterher und sehr ihn gerade noch wie er in das Feld neben mir rennt, ich esse also weiter. Ein wenig später taucht er hinter mir in einer hohen Wiese auf und ich sehe noch, wie er auf etwas drauf springt, nach ein paar Fotos aber wieder in dem Feld verschwindet. Ein wenig später drehe ich mich nach rechts und wen sehe ich da? Ein Fuchs sitzt am Feldrand und blickt mich an, kommt näher, ganz vorsichtig, ich bewege mich etwas, er weicht zurück, kommt wieder etwas näher und ist schließlich keine drei Meter mehr von mir entfernt. Dann mache ich eine unvorsichtige Bewegung und er rennt endgültig weg. Jammerschade, aber das Erlebnis fand ich unheimlich schön!

Ein wenig später habe ich die erste Begegnung mit einem Hirtenhund, dessen Schäfer aber glücklicherweise gleich hinter ihm war, inkl. seiner Herde, weiteren Schäfern und Hirtenhunden. Der erste Schäfer gesellt sich zu mir und wir versuchen etwas miteinander zu sprechen – hat geklappt, nur hat keiner den anderen verstanden. Dann hab ich ihm auf meiner Karte gezeigt wo ich herkomme, was ich vor habe, das hat er verstanden. Der schöne Hirtenhund hat sich in unsere Nähe gelegt und ist dort erst wieder aufgestanden, als die Herde schon wieder ein Stück weiter und auch der Hirte schon ein Stück entfernt war.
Die Fahrt ging also weiter durch Bistritz wo ich einen geöffneten und großen Supermarkt fand, in denen es normalerweise alles zu kaufen gibt. Auch Kopfhörer? Ich halte dort also an, packe mein ganzes Gepäck in einen Einkaufswagen, sichere meinen Herrmann und geh zum Geldautomaten. Scheiße, der gibt mir kein Geld, irgendwie mag der meine Karte nicht! Also weiter, ich erreiche Tiho Bârgăului, einen sehr schmalen, aber umso längeren Ort (~18Km). Am Ortsausgang will ich mir Wasser filtern, denn direkt vor mir liegt das Gebirge und neben mir ein schöner Bach. Also setze ich mich in den kühlen Schatten unter einer Brücke und filtere mir das Wasser in meine Tasse. Vorsichtig trinke ich einen Schluck und merke direkt beim Schlucken, dass mein Mund und die Speiseröhre tierisch zu brennen beginnen. Ich spucke aus und bin kurz davor mich zu übergeben. Was mache ich also? Verdünnen, Gott wie das brennt! Meine restlichen Wasservorräte trinke ich hinterher, spüle meinen Mund und meine Lippen. Meine Fresse! Und nun mache ich das dämlichste überhaupt: weil mir der Ort zu lang war und ich keine Lust hatte dort einen Laden zu suchen, fahre ich ohne Wasser den Berg hoch: 40°C, 10Km Berg, kein Wasser. Völlig verdorrt erreiche ich dann aber eine Pension und ich bin gerettet 🙂


Aufhalten sollte ich mich aber nicht, denn ich möchte heute noch Vatra Dornei erreichen. Um 21:30 erreiche ich auch den dortigen Campingplatz und freue mich über meine erste Dusche auf der Tour. Wer in der Nähe ist und Lust auf einen C’platz hat, der in Vatra Dornei ist wirklich zu empfehlen, einfach, aber einfach gut und günstig! Nachteil: die Stadt ist gut zu hören, der Platz an sich ist zwar leise, die Umgebungsgeräusche jedoch nicht. Die Leute dort sind sehr nett und sprechen u.a. deutsch.

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