Rumänien 2007 – 9.

Ausgeschlafen

Ausgeschlafen

02.08.
Das Erwachen war nur mäßig schön, weil stark geprägt von Feuchtigkeit und Kälte. Die Sonne hat sich mit ihren wärmenden Strahlen erst spät blicken lassen und bis dahin verharrte ich in Eiseskälte beim Frühstück, erkundete die nähere Umgebung und spielte mit meiner Digicam. Zudem hatte ich viel Zeit in mein Tagebuch zu schreiben. Da meine Finger aber vor Kälte recht steif waren, habe ich das bald wieder aufgegeben. Als ich nach über zwei Stunden Zähneklappern zum Aufbruch bereit war, bekam ich Besuch von einer Hörnerkuh, die mich interessiert anschaute, ansonsten aber anscheinend gar nichts zu tun hatte. Arroganterweise ignorierte sie meine Versuche, ein Gespräch über das Wetter zu führen, vollständig.
Übrigens: der Fluss dem ich folgte, wurde immer breiter und breitet und verwandelte sich langsam aber stetig in einen großen See, einen Stausee, dessen Staumauer ich alsbald überfuhr und in Bicaz nach Westen in Richtung Bicaz-Klamm abbog. Der Weg dorthin war zauberhaft schön. Zur Rechten lag ein viele hundert Meter langes Werk von Carpat Beton mit einer eigenen Eisenbahnverbindung zu einem nahegelegenen Berg, der nur noch zur Hälfte vorhanden war. Hinter diesem begann so langsam die Bicaz-Klamm: links ein straßenbegleitender, reißender Bach, rechts eine bachbegleitende, gut ausgebaute Straße. Danaben schroffe, mehr oder weniger senkrecht aufstrebende Felswände großer Höhe. Vornweg und hintendran: Touristen, inklusive der üblichen touristischen Verkaufsstände. Will man diese phänomenalen Anblicke in Ruhe genießen, so empfiehlt sich der Besuch der Klamm sicher in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
Nicht ganz so beeindruckend, aber dennoch sehr schön ist der Besuch (man kommt dort bei einer Weiterfahrt ohnehin vorbei) des Lacu Roşu (Roter See). Dort habe ich nicht verweilt, sondern, nach dem Schießen eines Fotos, Vollgas gegeben in Richtung… dem Vorderreifen nach. Es ging hoch, es ging runter und ich habe nach einer Pause gedürstet. Kurz vor Gheorgheni fand ich einen netten C’platz, auf dem ich zwei Nächte nächtigen sollte. Hier konnte ich duschen, immer wieder schön.
Das Wetter hat sich stark verbessert. Zwar werden noch nicht die Temperaturen der vergangenen Woche erreicht, dafür regnet es nicht mehr und die Sonne lässt sich vermehrt blicken.

Erleuchtung des Tages: Komme ich lebend daheim an, gründe ich die „Liga der außergewöhnlichen Hundehasser“. Nix gegen diese Viecher, eigentlich mag ich sie ja auch echt gern… aber diese verflixten Exemplare, die mich beim Radeln immer jagen… grrr! Über die rumänischen Hunde habe ich wenig gutes gelesen und so habe ich mir extra für die Tour Hundeleckerlies mitgenommen und griffbereit im Außenfach meiner Lenkertasche verstaut. Auf einem Parkplatz sah ich dann einen heruntergekommenen Hund und wollte ihm eine kleine Freude machen. Ich griff also zu besagter Tasche, holte die Packung Leckerlies raus… und der Hund rannte jaulend davon. Ein armes Viech.
Übrigens, schlechtes habe ich in erster Linie über die wilden Hunde gelesen. Nach meiner Tour kann ich dies absolut nicht bestätigen! Es sind die Hofhunde, die mir bei meiner Tour Schrecken verbreiteten, die wilden Hunde hingegen waren eher angenehm und sehr unaufdringlich. Apropo Hunde: Rumänien war das Land, dass mir den Verwesungsgeruch in die Nase trieb. Vorher hatte ich ihn nie bewusst wahrgenommen, aber gerade im Norden des Landes lagen sehr viele tote Tiere, in erster Linie Hunde, am Straßenrand. Meistens roch ich sie, bevor ich sie zu Gesicht bekam.

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