Rumänien 2007 – 11.

Baile Tusnad

Baile Tusnad


04.08.
Es geht also wieder los und ich überlege, ob ich bis Brasov durchfahren soll. Ich hab es dann nicht gemacht, eine weise Entscheidung, denn das wären am Ende knapp 200Km geworden. Die heutige Fahrt wäre beinah ereignislos gewesen, es ging flach zu wie in Holland, wenn ich auf der Straße nicht ein Messer gefunden, es aufgehoben und mitgenommen hätte. Vielleicht eine halbe Stunde später sprengte ein Pferdewagen hinter mir her, überholte und stellte sich vor mich. Darauf war ein vielleicht 25-30 jähriger Mann und ein Jugendlicher. Beide stiegen vom Wagen ab und der ältere fragte mich was, worauf ich ihm erklärte, dass ich nur deutsch und englisch spreche. Er wurde lauter und gestikulierte wild – aha, er versucht es in allgemeiner Zeichensprache… ihm muss etas heruntergefallen sein… ey, das war bestimmt das Messer! Also gebe ich es ihm zurück. Der kleine kommt dabei auf den Gedanken, er könnte ja mal gucken was so in der Außentasche meiner Lenkertasche verborgen ist und kramt irgendwas heraus. Ich halte seines Arm fest, der große sagt dem Lütten und dieser lässt es wieder los. Einen Moment später greift er aber schon wieder rein und hält die Hundeleckerlies in der Hand. Mir wird es zu bunt, ich lasse sie ihm und fahre schnell weiter. Auf der Verpackung war kein Hund abgebildet und so bleibt mir der Trost, dass die beiden möglicherweise genussvoll in die Teile reingebissen haben…
Vielleicht aus aus Gründen der Geselligkeit, verbrachte ich diese Nacht, wie auch viele folgende, wieder auf einem C’platz. Als ich in Baile Tusnad ankam, hatte es schon eine Weile geregnet Der Regenhörte mit dem Erreichen des Ortes aber praktischerweise auf. Kaum die Grenze des C’platzes überschritten, luden mich gleich ein paar Rumänen zu sich ein, ich sollte mein Zelt doch bei ihnen aufschlagen. Okee. Und so verbrachte ich dann einen sehr netten Abend im Gespräch und Bier. Seit gestern stiegen die HüTTTs wieder auf knapp oder über 30°C, was mir sonneliebendem Menschen sehr entgegen kam. Trotzdem war der Himmel häufig bewölkt und das Wetter wechselhaft.

Noch ein paar Sätze zum C’Platz. Die Sanitäranlagen waren unter aller Sau. Zwei Toiletten“gebäude“ konnte ich finden (immer der Nase nach). Das von meinem Platz nächstgelegene beherbergte ein mit Beton umbautes Loch im Boden. Der Beton wiederum war mit kleineren und größeren braunen Hügeln verziert. Ich ging rückwärts wieder raus. Also zum Nächsten. Schon vor dem Eintreten stieg einem ein nicht nur leicht unangenehmer Geruch in die Nase. Beim Eintreten stand die Tür einer Toilettenkabine offen, dahinter ein Mann und pinkelt im Stehen. Meine Fresse, denke ich mir, kann der nicht in die Pissrinne da hinten bullern? Besagte Pissrinne war eine in ergonomischer Höhe angebrachte Stahlblechkonstruktion. Beim Nähertreten wusste ich dann: nein, der Mann kann nicht in die Rinne pinkeln. Sie wäre sonst übergelaufen. Boah, wie eklig! Ich hab mir dann einen Baum gesucht.

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