Zeltratgeber Teil 3: Welche Farbe hat der Regen?

Vaude Deneb - langwieriger Aufbau, aber ein klasse Zelt!

So, Form und Materialien des Zeltes sind besprochen, kommen wir nun noch zu diversen weiteren Eigenschaften die ein Zelt haben kann – oder eben nicht.
Beginnen wir mit der…

[Aufbaureihenfolge]

  • Optimal in feuchten/nassen Gebieten: Der Aufbau von Innen- und Außenzelt sollte gemeinsam geschehen können, damit das Innenzelt beim Aufbau im Regen nicht allzu nass wird. Außerdem geht’s dann auch schneller. Manchmal können sowohl das Innenzelt, als auch das Außenzelt in einem solchen Fall solo aufgebaut werden. Nur Innenzelt ist super in heißen Nächten (ohne Regen), nur Außenzelt kann als luftige Lagerstätte im Regen dienen.
  • Ist man eher in warmen und trockenen Gebieten unterwegs, so haben Zelte Vorteile, bei denen zuerst das IZ aufgebaut und dann das AZ drübergeworfen wird. Bei vordem genannter, verknüptfer Bauweise ist das Trennen von IZ und AZ mit Arbeit verbunden, auf die ich unterwegs eigentlich gar keine Lust hab. Vom getrennten Aufbau mache ich also nur Gebrauch, wenn IZ und AZ nicht standardmäßig miteinander verbunden sind. Das Ein- und Ausknüpfen den Innenzeltes ist mir sonst zu nervig. Zudem ist bei einem IZ-zuerst-Zelt das Außenzelt im Falle eines Wetterumschwungs mal eben schneller, einfacher und sicherer drübergeworfen.

[Wetterschutz]

Super im Sommer: Das Innenzelt solo aufgebaut. Hier das vom Marmot EOS 2P.

  • Je nach Witterung und vorrangigem Einsatz sollte das Zelt luftiger oder weniger luftig gestaltet sein. Ein weit vom Boden abstehendes Außenzelt verbessert die Lüftung. Bei Kälte und Wind freut man sich sehr über ein bis zum Boden reichendes Außenzelt (dies vielleicht auch nur einseitig) und ein möglichst zugdichtes Innenzelt. Sehr gut ist natürlich, wenn das Innenzelt über Moskitonetzflächen verfügt, diese aber abgedeckt werden können. Mir ist eine große Variabilität am Liebsten: bei starkem Wind = Schotten dicht, bei großer Wärme = Durchzug.
  • Auch in tendenziell warmen und trockenen Gebieten kann es durchaus ungemütlich werden. Ein sehr luftiges Zelt bietet dann kaum Schutz vor der Zugluft. Und die kann im Zelt recht unangenehm werden.
  • Die Apsiden sind nicht nur praktisch als Raumerweiterer, sondern schützen auch den Innenzelteingang vor Regen. Das sollten sie zumindest, ansonsten wird’s drinnen schnell unkomfortabel, gerade beim Ein- und Aussteigen. Außerdem kann man bei einem gut geschützten Innenzelt auch über die Außenzelteingänge lüften. Sehr praktisch. Aber Vorsicht: nicht jedes Zelt, welches über eine Apsis verfügt, besitzt auch regensichere IZ-Eingänge. Sieht man das Zelt in natura, so kann man das aber gut erkennen: macht einfach die Außenzelttür möglichst weit auf und denkt euch, ihr wärt ein Regentropfen. Trefft ihr nun das Innenzelt?
  • Regen kann aber nicht nur von außen kommen. Im Extremfall bildet sich auf der Innenseite des Außenzeltes so viel Kondenswasser, dass es einfach so mir nichts, dir nichts aufs Innenzelt tropft. Hat man im Innenzelthimmel nun Moskitonetz, so tropft es einfach durch und auf einen drauf. Schön ist anders. Sinvoller finde ich dort einen stark wasserabweisenden Stoff einzusetzen, der das Tropfwasser abhält.
  • Kondenswasser kann u.a. durch sinnvolle Lüfter vermieden werden. Prima ist ein diesbezügliches Detail bei Exped: deren Aufstellstange beherbergt eine Reparaturhülse fürs Gestänge. Sehr schlecht sind die Lüfter an Salewas Ultima II realisiert. Diese bleiben nur öffen wenn man das Zelt maximal abspannt, will heißen: allen allen beiden Abspannpunkten. Diese befinden sich nämlich direkt am Lüfter. Spannt man sie nicht ab, so klappen sie alsbald zu und verschließen sich durch den angebrachten Klettverschluss selbsttätig. Diese Tendenz haben sie auch im abgespannten Zustand. Hier nun verschließen sie sich jedoch nur teilweise. Zusätzlich angebrachte Aufstellstangen wären überaus sinnvoll gewesen!
    So, wo wir schon mal beim Kondenswasser sind/waren, klick mich mal! → Link kommt erst in ein paar Tagen!

[Optik]

Ich finds chic, das UFO-Zelt: Marmot EOS 2P

  • Es gibt ja nun einige Leute, die Rucksäcke und andere Ausrüstungsgegenstänge dem Aussehen nach erwerben. Rot ist schön, das nehme ich. Hmm.
  • Die Farbe ist bei der Zeltwahl nicht nur reine Geschmackssache, es gibt auch handfeste Gründe sich für oder gegen eine bestimmte Farbe zu entscheiden. Grün ist für viele optimal, da unauffällig, was gerade beim Wildcampen wichtig ist. Wer in Eis und Schnee unterwegs ist, der wird sich freuen sein Zelt überhaupt wiederzufinden. Für den ist ein rotes Zelt prima, weil gut sichtbar. Rot und gelb machen das Leben auch im Zelt freundlich, sogar an Regentagen: sie sorgen drinnen für ein angenehmes Licht & mehr Helligkeit und das Zelt heizt sich in der Sonne auch weniger stark auf. Gelb kann allerdings auch für einige Fliegenviecher am Zelt sorgen, wenngleich ich derlei Probleme noch mit keinem hellen (gelben/roten) Zelt hatte.
  • Mit ganz dunklen Farben wie grau oder schwarz könnte ich mich dagegen nicht anfreunden. Sie lassen die Tage im Zelt trüb und dunkel werden. Positiv hingegen ist jedoch, dass durch die Dunkelheit im Zelt viele Menschen morgens länger schlafen können. Da ich im Zelt aber ein absoluter Frühaufsteher bin, wäre das für mich eher ein Contra.
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Ein Gedanke zu „Zeltratgeber Teil 3: Welche Farbe hat der Regen?

  1. Verdammt…bei den ganzen Zeltbildern will ich auch wieder zelten fahren. Wann waren wir das letzte mal zelten? Im Dezember…ach menno, das ist doch schon ewig her.;)

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