Topeak Mini 18+

Das muss mit

Was sollte sinnvollerweise auf keiner Radtour fehlen? Genau, da gibt es mehrere Sachen… z.B. ein Fahrrad… und man selbst und… und ein Multitool, um ggf. entstehende Probleme mit dem Rad selbst beheben zu können. Bestimmt 10 oder mehr Jahre hab ich ein Minoura Handy (nein, kein Mobiltelefon!) spazierengefahren, welches aber so langsam in die Jahre kommt. Die Werkzeuge sind zwar noch alle spitzenmäßig druff, nur der Kettennieter sieht schon etwas mitgenommen aus. Außerdem fehlt dem Handy ein T-25 (25er Torx) zur Montage der Bremsscheibenschrauben – naja, und das Topeak mini 18+ gab es neulich dermaßen fein im Angebot, dass ich zuschlagen musste 😉
Der Name des Tools ist Programm: mini ist es (ich würde eher sagen handlich) und über 18 Werkzeuge verfügt es. Zumindest wenn man beide 2,5 & 4mm Innensechkantschlüssel mitzählt. Aber wofür soll bitteschön das „+“ stehen?

Ausstattung

Was es alles kann? Das sagt der Hersteller:

– Tools: 18
– Innensechskant: 2 / 2-L / 2,5 / 3 / 4 (je 2) / 5 / 6 / 8 / 10 mm
– Vielzahnschlüssel: T25
– Speichenschlüssel: 15 g / 14 g
– Kettennieter: Cromoly-Stahl-Guss
– Reifenheber: Superhartes, eloxiertes Aluminium
– Schraubendreher: Kreuzschlitz + Flachkopf
– Flaschenöffner: Stahl
– Werkzeug-Material: gehärteter Stahl
– Körper: kaltgeschmiedetes Aluminium
– Tasche: Neopren
– Größe (LxBxH): 8,2 x 4,3 x 2 cm
– Gewicht: 182 g

Den 2mm Innensechskant gibt’s in einer normalen, gerade Ausführung und in einer L-förmig gebogenen. Auch der 4er ist 2x vorhanden. Der zweite befindet sich direkt am Kettennieter und kann dazu dienen, das Tool an sich zu warten, sprich: die eigenen Befestigungsschrauben anzuziehen, falls sich diese mal etwas lockern sollten oder man eine andere „Drehfreudigkeit“ der Werkzeuge wünscht.

Handhabung & Gebrauch

Wo wir gerade schon beim Kettennieter sind, bleiben wir auch gleich da. Bei ihm hat sich Topeak was feines einfallen lassen: er wird mit der eigenen Nieterschraube am eigentlichen Werkzeugkörper befestigt und sitzt dort dann klapperfrei und nicht störend in der Gegend herum. Will man ihn nutzen, schraubt man ihn also erstmal ab, klappt einen Verlängerungshebel aus, damit er besser und sicherer in der Hand liegt und schon kanns losgehen. Ganz sich gut wie mit dem heimischen Kettennieter lässt es sich zwar nicht arbeiten, aber ansonsten ist die Handhabung schon in Ordnung. Und auf meinen ganzen Touren war ich bislang auch nur ein einziges Mal drauf angewiesen (toitoitoi!) – es passt also gut.
Der angesprochene Innensechskant am Nieter wird aus ihm herausgedrückt und steht dann senkrecht zu dessen flacher Seite. Ungewolltes Ausklappen ist dabei nicht zu erwarten, da er recht straff in dem Werkzeug sitzt und die Handhabung damit glücklicherweise in keiner Weise stört.

Überhaupt, die Handhabung. Was ich auf keinen Fall wollte war ein zweigeteiltes Werkzeug, die beispielsweise das Topeak Alien, was zwar mit massig Funktionen prahlen kann – die ich aber eigentlich gar nicht brauche. Im Gegenzug hat es mich während der kurzen Besitzzeit beim Schrauben mit pieksigen Druckstellen an der Schrauberhand genervt. Das mini 18+ liegt hingegen vorzüglich in der Hand. Beinah so gut wie mein altes Handy, dessen Flanken mit Kunststoff umgeben waren und mir fast handschmeichlerisch erschienen.
[So, hier unüblich viele Bilder des Tools – ich hatte einfach Lust zu fotografieren ;)]

Etwas eigenartig finde ich den Reifenheber, mit dem ich sicher nicht arbeiten werde. Er wird mit „Superhartes, eloxiertes Aluminium“ angepriesen und genau das ist mein Grund ihn nicht zu nutzen. Zwar bin ich kein Eisdielenshowradler, aber meine Felgen mag ich trotzdem kratzerlos, wenn diese durch Werkzeug verursacht würden. Weiterhin werde ich meine Kunststoffreifenheber verwenden und diese auch extra mitnehmen. Zur Not mag er taugen und vielleicht findet man für ihn ja auch einen anderen Einsatzbereich, aber an meine Felge kommt er nicht, sofern es irgendwie anders geht. Sollte ich ihn denn dann doch mal irgendwie, irgendwo und irgendwann brauchen, so kann ich mich über seine Arretierung freuen. Naja, über die eigentlich nicht… eher über den angebrachten Anschlag: beim Ausklappen kann man ihn um 180° drehen, dann wird er am weiterdrehen gehindert. Aber nur in diese Richtung – in die andere, quasi wieder zurück, geht es ohne Widerstand. Ebenso beim Flaschenöffner, bei dem das aber auch so passt und nicht ausmacht. Der Reifenheber kann im Betrieb evtl. wieder einklappen.

Sehr praktisch ist der mitgelieferte Neoprengürtel, der auch über eine Schlaufe zur Befestigung am Gürtel verfügt. Praktisch wäre diese Schlaufe mit Klett zu kombinieren, um das Anbringen am Gürtel oder sonstwo zu vereinfachen. Aber sei es drum. Der Beutel ist prima, um ein Klappern des Werkzeugs an der anderen Ausrüstung und deren Beschädigung zu verhindern.

Qualität

Alles im grünen Bereich.

Geschraubt hab ich mit dem mini mittlerweile zwar schon, aber über Materialqualität kann ich mich noch nicht sonderlich äußern. Bislang funktioniert das Teil in jeder Hinsicht super und problemlos. Wie es aber nach vielen Werkstattstunden aussieht, kann ich nicht beurteilen. Optik und Haptik sind in jedem Fall super und das Schrauberherz sagt mir: das Ding wird dich seehr lange begleiten.

Ob dem so ist, werdet ihr bald… in ein paar Jahren erfahren 😉

Und mein Prädikat? Sehr empfehlenswert

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3 Gedanken zu „Topeak Mini 18+

  1. Top, schön ausführlich & genau was ich gesucht hab. Der Fahrradhändler meines Vertrauens hatte den Toppeak nicht auf Lager, meinte aber, dass es eine lohnende Investiton wäre.

    Werd ich mir wohl zulegen, macht einen sehr guten Eindruck.

    Grüße aus Hamburg,
    Ralf

  2. Schöner Bericht. Ich benutze das Tool mittlerweile auch schon seit 3 oder 4 Jahren und bin fast rundum begeistert. Lediglich die Neoprentasche und der harte Reifenheber haben gelitten. Bei der Tasche hat sich der Klettverschluss nach vielmaligem Öffnen verabschiedet, was sich ja leicht wieder korrigieren lässt. Der Reifenheber hat sich beim „Reifenheben“ einmal verbogen. Nach einem Richten mit Hammer und Schraubstock macht er bei weniger garstigen Kombinationen aus Felge und Reifen aber noch eine gute Figur. Zwei unabhängige Reifenheber sind natürlich viel komfortabler zu bedienen, aber für den Notfall ist dieser auch tauglich. Es wird wohl nicht jeder alle Werkzeuge brauchen. Wenn man nochmals Gewicht sparen will kann man ja die nicht benötigten entfernen und die Leerstellen mit Unterlegscheiben aufspacern. Vor allem der Kettennieter habt das Tool von anderen ab und auf den möchte ich auf Tour sicher nicht verzichten. Daher mein Fazit: kaufen.

  3. Sehr praktisch ist der mitgelieferte Neoprengürtel, der auch über eine Schlaufe zur Befestigung am Gürtel verfügt.

    Den Satz solltest du nochmal überarbeiten.

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