Fuldatour – 12.04.2010

Orangerie, Kassel

Rrrrreins! Pfff, nass!

Eigentlich wollte ich nach einem heimatlichen Besuch eine Zweitagestour mit der Herrmann unternehmen, somit auch das Zuggeld sparen und lieber während der Minitour auf den Kopf hauen. Fast hätte es geklappt.
Noch am Freitag schienen mir eine Menge gutgelaunter Photönchen aufs Hirn, die jedoch hurtig in zunehmend schlechtere Stimmung verfallen sollten. Samstag wars noch sehr angenehm und auch sonnig, Sonntag dann Murks. Und am Montag wollte ich die heimatlichen Gefilde wieder verlassen und losfahren. Trotz des unbehaglich erscheinenden Wetters (grau, kalt, bewölkt, windig) startete ich also um kurz vor 11 Uhr bei 5°C von Kaufungen aus. Brrr, kalt wars mir auf den ersten Kilometern. Irgendwie hatte ich mit besserem Wetter gerechnet und entsprechende Sachen eingepackt. Der blödeste Fehler war keine wärmeren Handschuhe dabei gehabt zu haben. Nur normale Radhandschuhe mit halben Fingern.
Erstmal wars wurscht. Nach runden 10 Minuten hatte ich mich warmgefahren und auch die Finger fühlten sich recht freundlich an. Entsprechend war es in Kassel, bis es nach rund 20 Kilometern Fahrt zu regnen begann. Naja, Regen – Fissel trifft es eher. Aber auch dieser kann unangenehm werden wenn er nicht endet und es zudem einfach nur kalt und windig ist. Außerdem weiß ich nie wie ich mich kleiden soll: Regensachen? Keine Regensachen? Schwitzen im Regenpanzer? Soll ich lieber von außen oder von innen nass werden? …halbe Regensachen! Also nur die Jacke.

Kommt er von oben, finde ich den Regen gar nicht so schlimm. Nervig wird er erst, wenn die Fahrstrecke nass wird und es von unten zu spritzen beginnt. Schutzbleche hat Herrmann keine und so machten sich die Marathon XR eine wahre Freude daraus, mir jeden auch nur irgendwie aufzutreibenden Tropfen entgegenzuschleudern. Freilich und glücklicherweise hat es eine ganze Weile gedauert, bis die Straße für solchen Schmufix nass genug war. Eine ganze Weile wurde ich ich nur äußerst sanft von oben herab vollgepieselt. Ich bemerkte erst die zunehmende Nässe der Wege, als mein Hintern langsam das Durchweichen meiner straßengenässten Radhose verkündete. Öööch, wie ich das liebe… zu spät entschied ich mich auch noch meine Regenhose anzulegen. Immerhin: außer meinem Allerwertesten ist alles sehr trocken geblieben.

Die erste wirklich sehenswerte Station auf meiner Tour ist… Kaufungen, mein Startpunkt. Wie, wem kann Kaufungen in diesen Zeiten kein Begriff sein! Wer kennt nicht Bruce Willis? Die Geo? Wer verfolgt keinen Damenfußball? Und was ist mit der Kaiserin Kunigunde?
Aber auch den ganzen Prominententrubel beiseitelassend: Kaufungen ist ein wunderschönes Fachwerkdorf. Wunderschön? Naja, ich mag die alten Ortskerne Nieder- und Oberkaufungens unheimlich gern. Der ganze Neubaugerummsel ist ähnlich charakterlos wie anderswo auch.
Wer gerade in der Nähe ist, für den lohnt sich ein Abstecher, allerdings würde ich für diesen schönen Ort nicht durch die halbe Republik fahren, um ihn anzuschauen. Das würde ich für keine der an diesem Tag durchfahrenen Ortschaften tun, wohl aber für die gesamte (ursprünglich geplante) Tour. Von Kaufungen aus führte mich mein Weg durch Kassel, wo ich auf die Fulda und somit auch auf den „R 1“ traf. Diesem wollte ich bis Bad Hersfeld folgen und anschließend nach Hünfeld fahren. Auf dem dortigen Campingplatz hatte ich eine Übernachtung geplant und am folgenden Tag wollte ich die Fuldaquelle leertrinken und auf Hessens höchsten Berg, die Wasserkuppe fahren. Anschließend ginge es nach Fulda und mit dem Zug nach Frankfurt.

So im Großen und Ganzen hat das auch alles geklappt. Auf meiner Tour bin ich an so schönen Orten wie Melsungen und Rotenburg an der Fulda vorbeigekommen. Melsungen hat die schöneren Fachwerkhäuser, Rotenburg ist schöner am Fluss gelegen. Außerdem kann man dort unglaublich gute Rahmtaler (in der Bäckerei neben der Jakobikirche) kaufen. Hmmm, großartig lecker!
Leider war ich ansonsten nicht soo in der Stimmung mich für die idyllische Landschaft zu begeistern. Nass wars, kalt auch und nass und kalt auch mir. Ich wollte einfach ankommen (geplant waren immerhin rund 130-140 Km) und so blieb mir wenig Muße die Strecke zu genießen. War mir mit Beginn des Fisselregens schon kalt, besserte sich das im Laufe des Tages kaum. Und das Ende vom Lied? Nachdem ich in Rotenburg den erstklassigen Rahmtaler verspeist hatte, entschied ich mich irgendwie dafür noch bis Bad Homberg zu kurven, mich dort in den Zug zu setzen und gleich nach Frankfurt zu fahren. Warum? Na, das Wetter sollte sich auch am Folgetag nicht bessern und ich hatte ehrlichgesagt keine Lust auch noch einen weiteren Tag zu frieren.

Jaja, so war das. Und die Wasserkuppe? Die kommt noch… ich bleibe am Ball und werde berichten.

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