Rumänien 2010 – Teil 3 – 22. & 23.7.2010

Der Anstieg ist (leider) schon vorbei.

22.7.
Bevor wir uns den Anstieg des Tages gönnten, gönnten wir uns lieber nochmal ein anderes schönes Ereignis und fuhren zu den Füßen des „Amfiteatrul Boga“. Von oben muss man einen herrlichen Ausblick haben, von unten, naja, mit den Rädern kommt man wohl nicht so ganz dorthin, wo wir hinwollten. Immerhin erblickten wir einen schönen Wasserfall und ich duschte dort mal auf die Schnelle meinen Kopf. …wurde dann aber tückischer- und hinterlistigerweise ganz druntergeschuppst, was mir nicht nur den Atem nahm, sondern auch meine Radhose einweichte. Puuh, ich hatte eine in Reserve dabei.
Schließlich mussten wir uns von diesem Ort losreißen und den Pass dann doch beginnen – nach einer Eispause nach sehr wenigen Höhenmetern. Die Straße wird gerade Asphaltiert, zumindest sind die Schuffter sehr am Bauen. Die Hochfahrt ist in Ordnung, nicht so wahnsinnig anstrengend, aber der Boden ist recht lehmig und auf einem steinharten Untergrund befindet sich eine mehr oder weniger dünne, schmierige Schicht, die das Fahren, gerade bei Regen (und denn hatten wir mal wieder eine halbe Stunde lang), nicht unbedingt angenehmer gestaltet.
Jut, jut, irgendwann haben wir es alle geschafft, der Berg ist erklommen und fast prompt werden wir mit einem herrlichen Ausblick über ein sanftes Tal belohnt. In dieses biegen wir ab, vorbei ein einer Schafherde und erhalten von einem der Hunde ein Stück lang Begleitschutz. Die Straße ist grauenhaft zu fahren, wird sich aber die nächsten Tage kaum ändern. Standardmäßig ragen Faustgroße (mal mehr mal weniger) Steine aus dem Boden, also aus der Straße. Perfekt, um die Hände und noch so einiges mehr einschlafen zu lassen. Einmal sogar meine Oberschenkel. „Cetatile Ponurului“ ist zwar unser Hauptziel an diesem Tag, aber eben nur übers Wandern zu erreichen, weswegen wir uns auf einem freien Campingplatz im Tal niederlassen. Sehr, sehr schön hier! Aber nach nichtmal 20Km, wenn auch fast nur bergauf, war ich noch nicht ausgelastet und erkundete mit dem Rad einen umliegenden Berg. Mir bescherte das einen atemberaubenden Ausblick, aber der Weg dorthin war ebenso atemberaubend. Und auf dem Rückweg war es, als mit die Oberschenkel einschliefen. Geröllstraßen. „Wie bin ich dort nur hochgekommen, ohne zu schieben?“ Fragte ich mich bei der Abfahrt.

Der Eingang zur Höhle...

23.7.
Die Wanderung zur Cetatile Ponorului bescherte uns eine Art Pausentag. Nach einem kurzen Stück auf der „Straße“ gings rechts den Wald hinunter, dann hoch, dann wieder steil runter auf einem schmalen Pfad und wir waren da. Ooh, welch ein schöner Anblick! Vor einem liegt nun nicht nur ein Abhang und wild rauchendes Wasser, sondern ebenso eine senkrecht aufragende Felswand von mal ganz locker 100 oder auch mehr Metern Höhe. Am Fuße der Felswand: die Höhle. Um dort hin zu gelangen, war am Ende der senkrechte Abstieg an einem Stahlseil nötig. Na, um aber überhaupt erstmal dorthin zu gelangen, musste man sich schon vorher an einem Stahlseil entlanghangeln – nur eben nicht senkrecht und das fand ich in Ordnung. Nun senkrecht hinunter? Ich erkannte meine Grenze, Martin wollte auch nicht so recht und so waren wir vorerst am Ende der Wanderung angekommen. Da der Weg, über den wir zu diesem Ort gekommen waren, aber noch weiter ging, folgten wir ihm einfach noch etwas – eine Treppenleiter hoch, etwas geröllig wieder hinunter… und dann die zweite Höhlenöffnung! Hier erfuhren wir, dass man von dem einen zum anderen Eingang prima wandern (klettern) kann und so folten wagten wir den Abstieg in die recht gut besuchte Höhle. Mann, war dasbeeindruckend! Fotos geben das ja leider nur absolut unzureichend wieder. Einen guten Eindruck über die Größe der Höhle geben Bilder, auf denen Menschen zu sehen sind. Beeindruckend! Wer hier durch möchte, der sollte gut zu Fuß sein. Der durch den ersten Eingang hereinströmende Bach fließt an der zweiten Öffnung vorbei und verschwindet in einem großen Felsspalt. Hier habe ich mit meiner LED Lenser M7 und meinem Foto herumgespielt: 15 Sekunden Verschlusszeit und verschiedene Betriebsarten der Taschenlampe ergeben nette und detaillierte Fotos des Spalts. In dieser Höhle war die beeindruckende Helligkeit der Lampe gut zu erkennen. Während die Stirnlampen der anderen Besucher in der Schwärze der Erde einfach untergingen, habe ich jeden Punkt der Höhle prima ausleuchten können. Nicht schlecht!

Die Länge der Höhle, d.h. vom einen zum anderen Eingang, kann ich schlecht schätzen… vielleicht 500 Meter oder etwas mehr? Auch ohne das Schießen verschiedener Fotos und Bewundern der Strukturen hätten wir zur Durchquerung lange gebraucht. Schuld daran ist in erster Linie der Bach, der die Höhle häufig in ihrer ganzen Breite durchfließt. Die meisten Besucher hatten Wanderstiefel an – sehr sinnvoll – ich hingegen „nur“ meine Patagonia Izaak. Entsprechend haben alle versucht trockenen Fußes auf die andere Seite zu gelangen (was praktisch nicht geklappt hat). Ich hingegen hab mir einen Spaß draus gemacht an den ganzen vorsichtig agierenden Rockhoppern vorbeizumarschieren. Direkt im Bach. An der tiefsten Stelle die ich durchwatete, ging er mir bis unterkante kurze Hose, normalerweise war er aber relativ flach. Und eiskalt. An vielen Stellen musste aber auch ich auch die Felsen ausweichen, da die Strömung sehr stark und der Bach unberechenbar tief wurde… ooh, das hat mir alles schon tierischen Spaß bereitet!
Vielleicht nach einer Stunde waren wir jedoch wieder auf der anderen Seite am Tageslicht angekommen und mussten die angenehme Kühle der Höhle hinter uns lassen.
Der weitere Weg führte uns erneut am zweiten Eingang vorbei und einen radikal steilen Anstieg hoch. Es war knallheiß und der Puls befand sich kurz vorm Anschlag – ich hab mir den Spaß gemacht den Berg hoch zu „rennen“, manchmal mit Allradantrieb. Oben angekommen und ein paar hundert Meter nach rechts, kann man einen Felsen herunterblicken und damit auch quasi direkt auf den zweiten Höhleneingang. Mit meinem unermesslichen Mute bin ich auf dem Bauche liegend zum Rande des Abhangs gekrochen und erblickte 100-200 Meter unter mir minikleine Farbpunkte. Das waren wohl Menschen.
Puuh, die Aktion war schon wirklich klasse und ein absolutes Highlight der Tour. Fortan ging es über einen gut zu laufenden Trampelpfad wieder zum Campingplatz. Wer die Einsamkeit such, sollte diesen Ort nicht besuchen, überlaufen hingegen ist er jedoch auch nicht. Knapp neben der Hauptsaison wird wohl super zum Besuchen sein.

Weiter sagt mein Tagebuch zu diesem Tag:
„So, gerade war ich etwas alleine wandern (in das schöne Tag östlich des C’platzes). Sehr schön dort! Der mäanderde, kleine Bach verschwindet am Talausgang (Ausgang gibt’s nur fürs Wasser) im Boden und/oder der Wand, ohne das dort ein sichtbares Loch wäre. Da der Bach gerade zu wenig Wasser führt, gibt es den See gerade nicht mehr. Dafür ist der ausgetrocknete Teil (Boden & Pflanzen) weiß gepudert, somit kann man den See super nachvollziehen. Der Bach trägt wohl einigen Kalk ins Tal.

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