Test: Berghaus Furnace

Berghaus Furnace

My first Daunenjacke

Es ist kalt da draußen und da ich, seit ich 2008 aus Rumänien wieder heimgekehrt, sehr verfroren bin, habe ich mich entschlossen kleidungstechnisch etwas dagegen zu unternehmen. Ein Spontanentschluss wars, entfacht durch die Entdeckung einer Berghaus Furnace Down Jacket als B-Ware. Das Wasch- & Materialeticket ist unbedruckt und so gab es die Jacke zum halben Preis. Statt 199 habe ich 99€ gezahlt. Kleiner Haken bei der Sache, es gab sie nur in der Farbe „green sheen“. Die Bezeichnung klingt gut und nach anfänglicher Skepsis habe ich mich auch sehr schnell an die Farbe gewöhnt. Gelb (erscheint mir treffender) ist eigentlich nicht meine erste Wahl beim Kleiderkauf, aber nach einem ersten Blick in den Spiegel, ich hatte die Jacke bestellt, stand mein Entschluss fest: die bleibt bei mir. Irgendwie hat die Farbe was.
Zeitgleich gabs noch ein paar andere Berghausdaunenjacken im Angebot, alle mit dem selben Fehler, aber diese erschien mir am humansten. Schließlich wird ihr Einsatzgebiet in erster Linie der Alltag sein und diese fett aufgeplusterten Daunenjacken von TNF udgl., wie man sie auch in Frankfurt häufiger sieht, erscheinen mir doch arg über das Ziel hinauszugehen. Und rumlaufen wie ein Bodybuilder wollte ich denn auch nicht. Schön finde ich sie nicht, zu warm aber sicher und außerdem passe ich mit solch einer Jacke wohl durch keine Tür mehr durch. Die anderen Berghausjacken erschienen mir ein Mittelmaß zwischen der Furnace und diesen fetten Dingern zu sein. Mir gefielen und gefallen ihre kleinen Daunenkammern und so war der Entschluss schnell gefasst.

Aufbau, Materialien und Ausstattung

Die Vorder- und Rückseite der Jacke besteht aus jeweils 15, die Arme aus je 14 und der Kragen aus 2 jeweils umlaufenden Daunenkammern. Die kleine Kammergröße ist wahrscheinlich dem Umstand geschuldet, dass das Füllgewicht der Daune sehr gering ist und sie sich in größeren Kammern verlören und diese nicht sinnvoll ausfüllen könnten. Die Kammern sind durchgesteppt und bilden somit zahlreiche Kältebrücken. Das ist einfacher & günstiger zu nähen als z.B. H-Kammern, aber für diese Jacke passt das.
Taschen gibt’s links und rechts vorne, sie sitzen relativ hoch, und eine innen links. Der untere Saum kann enger gestellt werden, die Ärmelabschlüsse sind elastisch, können aber nicht reguliert werden. Das wars im großen und ganzen, allerdings sollte ich jetzt nicht vergessen den Packbeutel zu erwähnen. Also: extra dazu gibt es einen etwas elastischen Netzbeutel, in dem die Jacke mit Achen und Krachen verstaut werden kann. Sicher wäre ein etwas größerer Sack nicht schlecht gewesen, in jenen geht sie kaum hinein.
Die Reißverschlüsse stammen übrigens vom Marktführer YKK und der Hauptverschluss ist hinterlegt. Am Kinn gibt’s nen samtigen Abschluss und eine Art Reißverschlusstasche, damit dieser nicht direkt am Kinn anliegt. Was fehlt ist eine Kapuze, auf die ich jedoch bewusst verzichtete.

Berghaus gibt die Füllkraft der verwendeten Gänsedaunedaue (90/10) mit „700“ an, allerdings ist das ein Wert, der, wie mir scheint, bei jedem Hersteller anders erwogen wird. Innen- und Außenmaterial besteht aus Pertex®Microlight. Das ist schön leicht, wind- und natürlich auch daunendicht und stark wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Zudem ist der Griff angenehm und das Tragegefühl auf nackter Haut schwer in Ordnung.
Das Gewicht der Furnace liegt bei nachgewogenen 510g inkl. Netzbeutel.

Praxis

Bislang gibt es gar keinen Grund zur Beanstandung. Ich trug die Jacke bislang bis rund -10°C und bis kurz vor diesen Wert ist sie gut aufgehoben. Aber das kommt nun natürlich auch auf den Träger an. Nach einem anstrengenden Tag würde ich mir bei solchen Temperaturen vorm Kocher sitzend denn doch noch eine andere Jacke wünschen, aber ich bin eben auch recht verfroren.
Die Winddichtigkeit kann ich nach einigem guten Wind und auch mal zum Test auf dem Rad, bestätigen.

Sehr gefallen hat mir die Passform (Gr. L, ich: 182cm, ~82Kg). Die Jacke ist relativ eng geschnitten, aber beispielsweise ein Fleece passt natürlich noch drunter. Für mich könnten die Ärmel noch einen Tick länger geschnitten sein. Sie passen, aber ich mags eben gern ein klein wenig länger und am besten noch mit Daumenschlaufen, die die Jacke leider nicht besitzt. Insgesamt ist die Passform klasse, nur spürt man die Isolation unter den Achseln – wirklich stören tut das aber nicht.
Eine günstigere Alternative zu der Furnace findet ihr in dieser Jacke, die es auch noch als Damenvariante gibt. Beide sind der Furnace optisch und technisch sehr ähnlich, besitzen aber beispielsweise ein anderes Material. Dafür kosten sie weniger.

Für gemäßigtere Anwendungen ist die Furnace…

Und mein Prädikat?

…empfehlenswert +

In aller Kürze

+ gute Materialien
+ gute & zivile Optik – von der Farbe mal abgesehen 😉
+ einfach, aber gut
+ humaner Preis

– Packsack sollte größer sein

Advertisements

Ein Gedanke zu „Test: Berghaus Furnace

  1. Pingback: Berghaus Furnace Daunenjacke Lady/Men für 109 € – 45 % günstiger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s