Der Lykische Weg, Teil 1 – 24.-27.06.2011

Hierlang wirds am kommenden Morgen gehen.

Der Lykische Weg

Vom Schwitzen im Dunkeln & dem Kampf mit dem Felsen

26.06.2011

Heute, am 26.06., schwitzsitze ich, sitzen wir in Fethiye und warten auf unser Frühstück. Aber der Reihe nach. Am 24. brachen Magda und ich nach Stuttgart auf, von wo aus wir mit Richtung Istanbul aufbrachen. Die vorherigen Nächte vergaß ich schon beinah, was denn dieses schöne Wörtchen „Schlaf“ bedeutet und so hieb mich der Miniumtrunk von einem Bier und etwas mehr als einem Radler förmlich um. Um ein Uhr gings ins Bett, um sechs war die Nacht aber erneut vorbei und damit definitiv zu kurz. Aber das machte nicht, denn ich freute mich ja ziemlich auf eine kleine Premiere. Nicht nur, dass ich in diesem Urlaub das erste Mal wandern sollte (also nicht nur für ein Wochenende), auch verließ ich Europa zum ersten Mal und, darauf war ich eben besonders gespannt, für mich sollte es das erste Mal in einem Flugzeug sein.‘
So saßen wir also alsbald, jedenfalls nachdem ich mir den Kopf beim Einsteigen gerammt hab, in einer Fokker 700 der AustriaAir und ich war doch etwas verblüfft, dass ein Flugzeug wie ein ziemlich einfacher Reisebus aussehen kann. Im Fernsehen schauten die Dinger immer so komfortabel aus – dafür haben wir also offensichtlich nicht ausreichend tief in die Tasche gegriffen. Über einen Zwischenstopp in Wien gelangten wir dann alsbald nach Istanbul. Istanbul, hmm. Vor dem Rückflug wollten wir uns diese Stadt besehen, nun einfach nur den Busbahnhof erreichen. Praktischerweise gibt es eine direkte Metroverbindung zwischen beiden Punkten und rund zwanzig Minuten später erreichten wir den Otogar.
Von diesem erst mal erschlagen, begrüßte uns gleich ein Busverbindunggegentrinkgeldsucher und schleifte uns zu verschiedenen Busgesellschaften, bis wir eine passende Verbindung nach Fethiye fanden. Naja, was ist schon passend? Unterwegs erfuhren wir von einem Mitreisenden, dass dieser Bus einen riesigen Umweg über Antalya macht und die Ticketverkäufer auch ihm dieses blödsinnige Ticket verkauften – er hatte das gleiche Ziel wie wir. Der Typ war unser Glück, denn er organisierte für sich und uns einen neuen Bus einer anderen Gesellschaft, ließ sich für uns alle das zuviel gezahlte Geld vom alten Busfahrer zurückgeben und so stiegen wir also irgendwo in der Türkei in unseren neuen und viel bequemeren Bus um. Ohne diese Hilfe hätten wir einen Umweg von rund 7 Stunden Busfahrt machen müssen.

Brutal war unsere Ankunft in Fethiye. Mit dieser Temperatur hatte ich ja gerechnet, aber hinzu kam eine extreme Feuchtigkeit und dieses Gemisch war für mich abartig abartig. Auch im Schatten war es eher nicht zu ertragen und ich schwitzte und schwitzte. Nun und dann sind wir also Frühstücken gegangen, es gab Lahmacun und Ayran.

Mit einem kleinen Regionalbus (Dolmus) ging es zum eigentlichen Start des Lykischen Weges „Ovacik“. Die erste Nacht wollten wir auf dem dortigen Campingplatz verbringen, Magda überredete mich, obwohl ich vor lauter Schwitzen schon ganz Dörrfleisch war, die Stadt zu besichtigen. Das hat sich natürlich nicht gelohnt, denn Ovacik ist ein reiner Touriort und einigermaßen hässlich. Dennoch konnte ich es am Ende nicht bereuen, denn den spannenden Hut, den ihr auf den meisten Bildern auf meinem Kopf entdecken könnt, kaufte ich in einem hiesigen Supermarkt für rund 3€. Ebenso wie massig Getränke. Den restlichen Tag versuchte ich völlig bewegungslos im Schatten zu verharren.

Merke: Rund 50% der Urlauberinnen in Ovacik sind nicht dick, sondern fett.

27.06.2011

Auch wenn der Lykische Weg in Ovacik beginnt, wir mussten ja aus Zeitgründen die eine oder andere Etappe überspringen und so nutzten wir den Dolmus, um nach Xanthos (Weltkulturerbe) zu gelangen. Zuerst ging es aber in den direkt daneben liegenden Ort in einen Markt und Wasser für die Trinkblasen gekauft. Das schaut immer ganz lustig aus, wenn man zu zweit eine 5 Literflasche und noch eine weitere kleinere hinzukauft und beide in die Rucksäcke entleert.
Das Theater von Xanthos schaut, vor allem, wenn man sowas vorher noch nicht gesehen hat, richtig spannend aus und ich genoss es für eine Weile auf der Zuschauerbank zu sitzen. Aber nun sollte es losgehen. Die vom Ort ausgehende Straße geht man weiter geradeaus und in einem Rechtsbogen hinten um die Stadt herum. Den Weg über die Straße kann man sich ersparen, indem man den Feldweg über die Wiese nimmt und erst wieder nach ein paar hundert Metern auf die Straße geht.
Bereits von Xanthos aus konnte man sie im Überfluss erblicken: die Gewächshäuser. Diese sieht man im Tagesverlauf immer wieder und die kommenden Tage auch. Wer sich daran stört, der hat Pech oder sollte einfach vermeiden um dieses Tal herumzulaufen. Die meiste Zeit hab ich nach vorne geschaut und so störten sie mich nicht weiter.

Selbstredend war es auch heute nicht kalt, aber doch viel angenehmer. Die Luft war trocken und es herrschte gar immer wieder ein wenig Wind. Bald wurde der Weg steinig, blieb es auch die kommenden Wochen, und führte quer zum Hang. Die Strecke war einfach zu gehen, allerdings stellte sich mir ein Aquädukt in den Weg – eigentlich liefen wir ja die meisten Zeit längs des Aquädukts, aber diesmal führte es über eine Brücke. Klar, die war breit genug, aber irgendwie war es mir etwas komisch in der Magengegend. Links ging es hinab, rechts auch und der Weg obendrauf schaute doch arg krumpelig aus. Ich hab mich da wohl etwas angestellt drüberzugehen. 😉

Wunderschön wurde es gegen Tagesende, dann nämlich als das Aquädukt Wasser führte. Wasser und Türkei, das ist was wirklich herrliches, denn auf einmal wachsen großartige Pflanzen, durch die man sich stellenweise aber auch erstmal hindurchkämpfen muss.

Die erste „richtige“ Übernachtung fand an der „Aquäduktkreuzung“ am Olivenhain bei Inpinar statt. Die Stelle ist nicht nur schön und eben, sondern es gibt auch Wasser im Überfluss.

Merke: Rennst Du mit dem Knie gegen einen Felsen, tut es weh.

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2 Gedanken zu „Der Lykische Weg, Teil 1 – 24.-27.06.2011

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