Der Vergleich: Platypus Softbottle vs. Source Liquitainer vs. Nalgene Cantene

Platypus Softbottle vs. Source Liquitainer vs. Nalgene Cantene

Faltbare Trinkflaschen – Der Vergleich

Wer schwitzt, muss trinken. Wer viel schwitzt, muss noch mehr trinken und wer sich unterwegs, z.B. trockenheitsbedingt, nicht mit Wasser versorgen kann, der muss es von dort mitbringen, wo es welches gibt. Diese großartigen Weisheiten veranlassten mich über die Frage des Wassertransports in unserem diesjährigen Türkeiurlaub nachzudenken. Klar, Wasser transportiert man doch in diesen modischen PET-Flaschen, in den Aluflaschen von Sigg oder den Lexanflaschen von Nalgene. Natürlich geht das, ist in jedem dieser Fälle auch geschmacklich ohne große Folgen möglich und allzu schwer wird’s damit auch nicht. Eine weitere Möglichkeit zur Wassermitnahme bieten jedoch Faltflaschen. Eine Faltflasche. Hmm. Im Prinzip ist das nichts anderes als eine kräftige Plastiktüte mit Trinköffnung. Zum Testen haben mir die Bergfreunde freundlicherweise eine Platypus Softbottle mit Hyper-Flow Beißventil zur Verfügung gestellt. Von dieser war ich so angetan, dass ich mir gleich noch zwei weitere kaufte – keine Platypus, sondern welche von Nalgene. Und da mir noch eine Source geschenkt wurde, werde ich nun einen zugegebenermaßen etwas ungleichen Vergleich anstellen.
Vielleicht aber erstmal zur Frage, warum es im Endeffekt Nalgene Faltflaschen wurden die ich mir nachgekauft habe? Sie haben Weithalsverschlüsse und passen entsprechend perfekt auf meinen MSR Wasserfilter.

Der Vergleich

Okay, es treten also folgende Faltflaschen zum Ungleichvergleich an:

Platypus Softbottle mit Beißventil, 1 Liter – ca. 25g
Nalgene Cantene, 1,5 Liter – ca. 65g
Source Liquitainer, 0,75 Liter – ca. 25g

Die Verschlüsse

Von der Größe mal abgesehen ist der erste technische Unterschied den man ausmacht, sicherlich die Größe und Art des Verschlusses. Die Nalgene bietet hier, wie erwähnt, den bekannten Weithalsverschluss, auf den viele Outdoor Wasserfilter passen und durch welchen man dieses System am leichtesten reinigen kann. Source und die Platy sind hier nicht ganz so benutzerfreundlich, bieten jedoch den Vorteil, das man, z.B. im Falle eines Deckelverlustes, einfach den einer herkömmlichen PET-Flasche verwenden kann. Dafür verliert man den der Nalgene nicht, er ist unverlierbar mit der Flasche verbunden. Praktisch.

Trinken

Hier geht’s mal richtig unterschiedlich weiter. Nalgene bietet halt erstmal nur eine fette Öffnung, aus der nicht jeder gerne trinken wird, zumal das im Laufen auch schlecht geht. Es schwappt nunmal durchaus gern vorbei. Eine Abhilfe soll hier der Sipper schaffen. Dabei handelt es sich einfach um einen Kunststoffeinsatz für die Trinköffnung, der diese verkleinert. Wirklich besser wird es damit m.E. aber kaum.
Platypus liefert das hauseigene Beißventil mit. Und wie finde ich das? Etwas gewöhnungsbedürftig. Das Ventil ist keinesfalls schlecht, nur die Bedienung könnte besser sein und die Durchflussmenge größer, aber das könnt ihr auch in meinem Bericht zum Platypus Trinksystem nachlesen. Das Ventil ist auch bei der Flaschenversion blockierbar, damit kein Wasser auslaufen kann. Aber „Wasser machen“ kann das Ventil kauch so. Beim Druck auf die Faltflasche habe ich, trotz festem Zudrehen des Verschlusses, den Austritt von Wasser zwischen dem Deckelgewinde und dem Silikon des Ventils provozieren können – und das ohne große Gewalt, dafür aber auch nach jedem Auf- und Zudrehen. Das Ventil als solches hielt stets treu dicht.
Source liefert schließlich ein Mundstück mit, welches man in ähnlicher Form auch auf verschiedenen PET-Flaschen wiederfindet oder von Radflaschen her kennt. Das Dingen schaut zwar arg günstig aus, erfüllt seine Funktion jedoch meines Erachtens am besten. Eine, dem Verlieren preisgegebene Schmutzkappe ziert das Mundstück, welches selbst erst durch einen Dreh geöffnet wird. Vorher hält es dicht. So soll es sein und so nutze ich es auch im Alltag gern, zumal es auch einfach und gut funktioniert und einen enormen Durchfluss aufweist! Wenn man jetzt noch die Staubschutzkappe gegen Verlieren gesichert hätte, wäre das prima. Hat man aber leider nicht und so sehe ich auch hier noch Verbesserungspotential – zumindest falls man die Kappe überhaupt nutzt.

Geschmack

Dies ist ein mir besonders am Herz liegender Punkt, welchen ich hier nur zu gern abhandle: aus allen drei Flaschen schmeckt das Wasser auch noch am kommenden Tag super. Super!

Handhabung

Die Nalgene eignet sich in erster Linie zum Wassertransport, weniger um aus ihr zu trinken – wobei das natürlich auch funktioniert, nur eben nicht so komfortabel wie aus den anderen beiden und vor allem der Source. Dadurch ist das Befüllen und Reinigen richtig einfach. Durch ihre Größe wabbelt sie etwas durch die Gegend, sowohl beim Einschenken, als auch beim Trinken und Hinstellen. Hinstellen? Ab und zu klappt das, aber von Standfestigkeit kann keine Rede sein – sie neigt zum Umwabbeln. Die Verarbeitungsqualität der Flasche als solche erscheint mir etwas einfacher als bei Source und Platypus, insbesondere die Ränder sind schärfer und unangenehmer zu greifen.
Platypus und Source sind beide prima zu handeln. Erstere besitzt eine Verjüngung in der Flaschenmitte und lässt sich über diese prima greifen. Aus beiden kann man problemlos einhändig trinken und beide sind obendrein sehr standfest.
Augenfällig: Die Source ist die einzige der drei Flaschen, die den Ausschank nicht am höchsten Punkt hat. Oben ist sie eher abgeflacht wie ein Tetrapack. Läuft beim Auffüllen was daneben, fließt es nicht wie bei den anderen beiden ab, sondern staut sich oben und will abgegossen oder -getrocknet werden.

Fazit

Die Nalgene besitzt eine durchaus praktische, weil große Weithalsöffnung und lässt sich entsprechend gut befüllen, reinigen und vor allem kann man viele Wasserfilter an ihr anschrauben. Das sind ihre Vorteile gegenüber den beiden anderen, die wabbelige Flasche an sich fällt etwas ab. Die Source ist in jeder Hinsicht gut oder besser, besitzt zwar nur ein sehr einfaches, aber dennoch gutes Ventil. Dieses gefällt mir bei der Platypus nicht soo gut, dafür mag ich die Flasche an sich lieber.
Dank des Ventils erspielt sich die Source einen kleinen Testsieg. Da man aber auch die Platy mit allen möglichen Verschlüssen pimpen kann, fällt der Unterschied nur preislich ins Gewicht.

Mein Tipp: Wenn ihr die Platy bevorzugt, dann mit dem normalen Schraubverschluss. Das hauseigene Beißventil kauft nur, wenn ihr unterwegs keinen Druck auf die Flasche ausübt – oder noch einen separaten Deckel mitnehmt.
Am Ende sind alle drei Flaschen…

Und mein Prädikat?

Sehr empfehlenswert

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Ein Gedanke zu „Der Vergleich: Platypus Softbottle vs. Source Liquitainer vs. Nalgene Cantene

  1. Für die Platy empfehle ich den Trink-Schraubverschluss (push-pull-cap). Absolut dicht, selbst wenn man sich auf die volle Flasche draufstellt. Apropos Draufstellen: Habe eine ältere Platy noch weiteren Härtetests unterworfen uns sie mal spaßeshalber voll aus dem sechsten Stockwerk auf einen betonierten Hinterhof geworfen – nix! Kein Kratzer, keine Undichtigkeit. Respekt!

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