Der Lykische Weg, Teil 2 – 28.06.2011

Der Lykische Weg

Die Luft ist raus

28.06.2011

Leider mussten wir den schönen Zeltplatz am Olivenhain wieder verlassen und mit ihm auch bald das frische und kühle Aquäduktwasser. Vorerst folgt der Weg jedoch der Herkunft des Wasser und wir beschritten einen schmalen Weg entlang der Bergflanke. Hier heißt es ein wenig Vorsicht walten zu lassen, denn der Boden kann nass und rutschig sein und die Böschung geht buschbestanden steil bergab. Der Pflanzenbewuchs ist, wie stets auf diesem Weg wenn oberflächliches Wasser vorhanden ist, traumhaft schön. Ich kam mir vor wie im Palmengarten Frankfurt, nur eben im Original.

Nach einigen Minuten verließen wir des Wasserlauf jedoch und bogen nach rechts ab, anschließend hieß es erstmal ein wenig klettern. Nicht viel, aber irgendwie mussten wir ja die sandige Böschung erklimmen. Oben angekommen wendet man sich sofort nach rechts auf den Forstweg und geht entgegen der Richtung aus der man kommt, also parallel zum Apuäduktverlauf, nur eben auf der anderen Talseite. Dem Forstweg folgt man nun für vielleicht 100 Meter und biegt dann links ab. Hier müsst ihr aber aufpassen, denn der Weg und vor allem die Markierung ist schlecht zu sehen.

Nun geht es eine Weile durch den Wald und in Serpentinen bergan. Oben angekommen wird der Weg steiniger und die Umgebung felsiger. Auch tauchen bald die Gehörnten und die Stacheldrahtpflanzen auf. Unsere Namen für die pieksigen Gewächse am und über dem Weg. Trotz meiner zerkratzten Beine habe ich den Weg genossen, dafür saßen wir aber alsbald in dem kleinen Restaurant in Üzümlü. Deren Pide (mit Ei) war erstklassig, aber vorher stillten wir unseren Durst erstmal im Markt gegenüber. Insgesamt schüttete ich knapp 2 Liter Flüssigkeit in mich hinein, was doch Rückschlüsse auf den Wasserverbrauch zulässt, oder?

Mit aufgefüllten Trinkblasen ging es nun weiter. Blöderweise galt es jedoch im Tagesverlauf noch zwei Asphaltstraßen zu überwinden (also in Längsrichtung, gelle?) und das schmerzte meine Füße besonders. Ach, was tat das stellenweise weh und verdarb mir den Spaß am Laufen und der Natur. Aber da half alles nichts, da hieß es Zähne zusammenbeißen und durch. Besser wurde es hingegen, wenn der Weg so richtig Steinig wurde, die Fußmuskulatur so richtig was zum Arbeiten hatte, dann waren die Schmerzen weg, zumindest die meisten Schmerzen. Hier und da tat es trotzdem noch weh. Von daher war ich natürlich immer froh und glücklich, wenn der Weg abseits der Straßen entlanglief. Und das tat er ja schließlich die meiste Zeit.
Irgendwie haben wir uns an diesem Tag wohl vertrödelt oder sind einfach spät weggekommen, jedenfalls ließ ein Blick auf die Uhr vermuten, dass uns das Tageslicht nicht mehr sonderlich lang begleiten würde. Wir gaben Gas, denn ein Zeltplatz war nirgends mehr zu finden und zum empfohlenen waren es noch ein paar Kilometer. Das gigantische römische Aquädukt, bzw. der Platz davor, eignet sich prima für eine Übernachtung, nur muss man hier auf Wasser verzichten, denn eine Quelle oder Zisterne gibt es meines Wissens nicht.

Sie erstachen die Exped

Ich suchte einen Stellplatz fürs Zelt aus, entfernte Steine und einige wenige pieksige Pflanzen und baute unser Shangi-La 3 auf. Nach einem kleinen Abendimbiss ging es ins Bett. Aber nicht für lang. Pffff… machte es, aber das hörte niemand. Nur Magda spürte es, weil ihre funkelniegelnagelneue Exped Synmat UL 7 S Luft verlor. Mist. Woran lags? Das fanden wir schnell raus: es waren Kletten, die unter unserem Zelt lagen, den Shangri-La Boden (also den des Nestes) und gleich noch die Matte durchbohrten. Zwei Löcher haben wir bald finden können, im Boden steckten aber noch einige mehr. Super, denn es macht uns natürlich unheimlich Spaß in der Dunkelheit, schon fast oder ganz eingeschlafen den gesamten Boden und Zeltboden auf kleine Kletten abzusuchen, die, nimmt man sie in die Finger, gehörig pieksen! Am Ende fanden wir wohl alle, nicht aber das dritte(?) Loch in der Matte, denn sie verlor noch immer minimal Luft.
Übrigens mal eine Anmerkung: es ist mir unbegreiflich welch eigenartige Flicken Exped der Matte beigelegt hat. Sie sind zwar komfortablerweise selbstklebend, aber gehalten haben sie kein Stück und machten ordentlich Luft. In meiner Werkzeugkis… -tüte hatte ich aber natürlich meine Standardflicken für alles luftige dabei, nämlich die Park Tool GP-2. Eigentlich sind das Fahrradflicken, also Schlauchflicken, aber sie halten auch hervorragend auf Isomatten.

Merke: Kletten entlüften.

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