Der Lykische Weg, Teil 4 – 30.06.2011

Der Lykische Weg

Es geht bergauf

30.06.2011

Höher, höher, immer höher. Zuerst geht’s nur wenige hundert Meter die Asphaltstraße hoch, bis man a) zur Betonzisterne und b) zur nächsten Asphaltstraße kommt. Ein paar Meter nach links und gleich wieder nach recht. Verfehlen kann man den richtigen Weg eigentlich nicht, außer man übersieht das fette, gelbe Straßenschild, welches einen auf den Weg hinweist.
Wer keine Berge mag, der sollte sich dort jetzt Schlafen legen… oder… keine Ahnung. Jedenfalls geht’s und bleibt es jetzt steinig, steil und serpentinig weiter. Links herum, rechts herum und das ganze wieder von vorn und von vorn und von vorn. Und dabei läuft der Schweiß und er läuft und läuft. Und als ich dachte der Berg sei zu Ende, hatten wir kaum mehr als die Hälfte der Höhe erreicht. Aber nun kam, neben dem grandiosen Ausblick, eine willkommene Abwechslung hinzu, nämlich hunderte von Ziegen, die spannend waren zu beobachten.
Nach dem Hoch gibt es auch ein runter und alsbald gings in ein nettes Bergdorf. Was hier großartig ist: das Klima – herrlich! Höhe gewonnen, Trockenheit gewonnen, Hitze verloren. Echt angenehm. Aber auch sonst ist der Ort sympathisch. Vor den drei Läden sitzen die Männer und machen… naja, sie reden und… sitzen. Wir auch bald und zwar mit Getränken und etwas Essen. Aber allzu lange sollten wir nicht pausieren und so ging es denn auch bald weiter. Aus dem Dorf hinaus, steil links hoch, oben eine grobe Straße nach rechts… und dann haben wir uns verlaufen, haben einfach eine Markierung übersehen und so erreichten wir nach einigem Gelaufe (wir), Geldverwette (ich) und Gejammere (beide) den Gipfel (ich) und schoss dort Fotos. Mist, also total verlaufen. Den Weg ging es also wieder zurück, wobei ich Magda mit meinem Gesinge zur Verzweiflung brachte. …oooh, eine Markierung! Rechts ab, rechts ab! …und… und nun? Keine Ahnung, also schlagen wir uns durch die Büsche, das hohe Gras… und kehren bald wieder um.
Durst haben wir nun schon seit einiger Zeit, denn wirklich viel zu trinken haben wir nicht mehr und der Rest wird eingeteilt. Weiter laufen wir zurück und stellten bald fest, dass wir einer alten Markierung gefolgt sind. Die neue finden wir auch alsbald und freuen uns über den schönen Weg, dem wir nun folgen. Immer bergab, immer etwas Geklettere, bald aber wird’s unschön. Irgendwie wird der Weg als Müllkippe verwendet und so kämpfen wir nicht nur mit dem steilen Berg, sondern vor allem damit nicht irgendwo auf dem Müll auszurutschen. Widerlich.

Ufos in der Türkei

Drei Kilometer weiter fanden wir eine Quelle, kurz darauf mal wieder eine Schildkröte und alsbald wurden die Felsen mal wieder wichtig bizarr und ufoartig, was auf den Bildern leider überhaupt nicht rüberkommt. Am liebsten wäre ich in dieser Ecke noch eine ganze Weile geblieben, hätte alles schön erkundet und wäre erst dann weitergegangen. Ging nicht, leider. Wir hatten es noch eilig, mussten mal wieder in ein Tal hinunterklettern und es nach rechts durchwandern. An seinem Ende erreicht man einen mehr oder weniger roten Weg, dem man nun nach links folgt. Es geht wieder bergauf, aber nicht steil, aber eine ganze Weile. Irgendwann wird man rechts eine kleine Wiese (eine Art Wiese) finden, gegenüber davon einen nach links führenden Weg. Das ist nicht der Zeltplatz, den man wählen sollte. Rund ein Kilometer weiter, dann findet man eine richtige Wiese: links riesengroß, recht groß und nebenbei gibt es eine Zisterne. Hier sollte man schlafen.

Das taten wir auch und es wurde richtig windig. Bei den Tages- aber auch Abendtemperaturen hätte ich nie daran gedacht irgendwann mal meine Softshell zu nutzen. Aber an diesem Tag war es so weit.

Merke: Bringe nächstes Mal mehr Zeit für tolle Ecken mit. Starte früher am Tag.

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