Test: Therm-a-Rest FL Lite Seat

Therm-a-Rest FL Lite Seat

Das Therm-a-Rest FL Lite Seat ist schlicht ein Sitzkissen und kostet 29,95€. Das ist mal ein Wort – und ein ganz schön teures noch dazu. Und was erhält man als Gegenleistung?

Technisches

Die Gegenleistung sind ca. 39x28cm Sitzfläche und eine knapp 4cm dicke Polsterung & Isolierung. Das ganze Teil bringt 110g auf die Waage. Halbwegs normal dimensionierte Hintern finden eine ausreichend große Sitzfläche vor und eine leichte und warme (gut isolierende) noch dazu. Bislang konnte ich das Kissen noch nicht an seine Isolationsgrenze bringen, aber vielleicht sitze ich dafür auch einfach zu wenig und nicht lang genug. Knappe -10°C waren zumindest kein Problem.

Handhabung

Vor allem gemessen am Preis ist es bedauerlich, dass Therm-a-Rest keinen Packsack mitliefert und ferner auch keine Möglichkeit das Kissen im verpackten Zustand zusammenzuhalten (z.B. Klett- oder Gurtband). Das kann ein platzsparendes Verpacken schon mal erschweren. Dafür ist auch hier das aus den Isomatten bekannte und vielleicht weltbeste Ventil dieser Art verbaut. Der Luftdurchlass ist sehr hoch und die Anwendungen insgesamt sehr einfach und angenehm. Man braucht es nur zu öffnen und nach wenigen Augenblicken bis Minuten (je nach Temperatur und wie lange es komprimiert war) wieder zu schließen – voila, es ist einsatzbereit. Ein Nachpusten ist nicht zwingend nötig, aber da mir das Entfalten meist zu lange dauert, puste ich meist direkt eine Lunge hinein und es ist voll. Das Verpacken ist ebenfalls banal. Das Ventil wird geöffnet, das Kissen ein Mal gefaltet und zusammengerollt. Macht man es ordentlich, so kommt am Ende eine Rolle aus 16x6cm bei raus (die 6cm können gar noch getoppt werden).

Praxis

In der Praxis hinterlässt das Lite Seat einen sehr positiven Eindruck, besitzt aber auch systemimmanente Nachteile. Diese zuerst: nicht problematisch oder unangenehm, aber doch erwähnenswert finde ich das leicht schwammige Sitzgefühl. Zwar ist es nicht großartig wabbelig, tendiert aber leicht in diese Richtung. Schwerwiegender kann die tendenzielle Anfälligkeit wiegen, denn obwohl das Material leicht, aber bewährt und ziemlich robust ist, undurchdringlich ist es nicht. Von daher sollte man aufpassen wo man es hinlegt, will man sich setzen. Immerhin ist ein Ausfall des Kissens durch Luftverlust nicht das tragischste, denn unentbehrlich ist ein solches ja absolut nicht. Naja, außer für mich, denn bei mir hat es sich außerdem als Kopfkissen durchgesetzt und ohne ein solches macht mir das Schlafen nur halb soviel Spaß.
Wer es einen ticken weniger bequem, dafür aber wesentlich robuster, in der Praxis nahezu unzerstörbar wünscht, der ist mit einem Stück „normaler“ Isomatte, am besten aus EVA-Schaum besser bedient. Sie gibt es als fertig zurechtgeschnittenes “Kissen“ zu kaufen, alternativ kann man sich aus einer bestehenden Matte selbst etwas herausschneiden. Je nach Dicke isoliert EVA super und ist auch ausreichend bequem (wobei es zumindest mir egal ist als wie hart sich der Sitzuntergrund erweist). Zum Kopfkissen eignet sich solch ein Material m.E. weniger, denn die Oberfläche erweist sich auf der Haut als schwitziger und nicht ganz so angenehm.

Fazit

Am Ende bleibt trotz der sehr hohen Qualität beinah ein zwiespältiger Eindruck, wozu jedoch einzig die fehlende Ausfallsicherheit und der immense Preis beitragen. Letzterer relativiert sich zumindest bei mir durch den immensen Gebrauch des Kissens fürn Hintern und vor allem den Kopf. Für mich war es ein Kauf, den ich nicht bereuen sollte. Dennoch, würde ich es als reines Sitzkissen verwenden, fiele meine Wahl definitiv nicht auf eines mit Luft, sondern aufgrund der noch einfacheren Handhabung und der Unverwüstlichkeit auf eine Therm-a-Rest Z Seat Sitzmatte. Noch dazu ist diese leichter und kostet nur die Hälfte. Deswegen kommt das Testkissen auch nicht über folgende Beurteilung hinaus.

Und mein Prädikat?

Empfehlenswert

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Ein Gedanke zu „Test: Therm-a-Rest FL Lite Seat

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