Test: Silva Trailrunner

Silva Trailrunner

Schönheit sollte bei funktionellen Produkten ja nun wirklich nicht im Vordergrund stehen. Aber wenn ein gutes Produkt noch dazu gut aussieht, hab ich auch nichts dagegen. Die Silva Trailrunner fällt genau diese Kategorie. Zuerst erregte die Stirnlampe meine Aufmerksamkeit, weil sie optisch was her macht. Schönes weiß & grau, schlanke Leuchteinheit, das kommt gut.

Freundlicherweise haben mir die Bergfreunde eine Trailrunner als Testprodukt zur Verfügung gestellt und so konnte ich ausprobieren ob sie nicht nur optisch, sondern auch technisch was taugt.

Zuerst einmal die Eckdaten

Leuchtmittel: 1 x Power LED, 2 x 5 mm Weitwinkel LEDs (max. Lichtstärke: 80 Lumen)
Leuchtdauer: max. 24 Std. (Energiesparmodus)/ 3 Std. (Hell)
Leuchtweite: max. 45 Meter
Wasserdichtigkeit: IP-Schutzart IPX6 (spritzwassergeschützt)
Energieversorgung: 2 x AA Mignon Batterien (inklusive) Gewicht: 135 g (ohne Batterien: 70 g) – ich habe 90g gewogen, inkl. Batterien 145g
(Quelle: http://www.bergfreunde.de/silva-trail-runner-stirnlampe/)

Aufbau, Verarbeitung & Tragekomfort

Die Stirnlampe wird mittels zweier AA-Akkus oder Batterien betrieben, die in einem separaten Fach am Hinterkopf untergebracht werden. Dessen Abdeckklappe wird einfach vom Gehäuse abgezogen, verbleibt aber an der Lampe, damit sie nicht verloren gehen kann. Das Stromkabel macht einen robusten Eindruck. Auf seinem Weg zur Leuchteinheit wird es mittels einer verschiebbaren Halterung vorm Herumschlabbern bewahrt und tritt dann in die Stirnpartie der Lampe ein. Diese ist zweigeteilt und besteht aus der Stirnauflage und der eigentlichen Leuchteinheit.
Der Kunststoff wirkt robust, aber ich hab mich schon gefragt was passiert, wenn die Lampe im Rucksack liegt und gequetscht wird. Bricht die Leuchteinheit einfach ab? Also hab ich den Test gemacht und siehe da: ja, sie bricht ab. Macht aber nichts, denn an der Verbindungs- und Bruchstelle sind die Elemente einfach nur gesteckt und bei einem genügend starken Druck löst sich die Verbindung (siehe Foto).

Das Kopfband ist mit 3cm ziemlich breit ausgeführt und besitzt in der Mitte eine rutschhemmende Beschichtung. Die Längenverstellung des Kopfbandes befindet sich rechts und reicht auf für große Schädel.

Die Lampe trägt sich insgesamt ziemlich unauffällig und bequem und sitzt sicher am Kopf, auch wenn es wackelt und rüttelt. Einzig das Kabel nervt mich manchmal etwas am linken Ohr. Die Kabelverlegung in der Kopfbandmitte (statt an dessen Unterseite) fänd ich bequemer.

Ausstattung und Bedienung

Die Trailrunner verfügt über 4 Leuchtmodi. Neben den drei Helligkeitsstufen besitzt sie noch einen Blinkmodus. Letzteren kann man nur über die ausgeschaltete Lampe erreichen, indem man den Schalter für ca. 2 Sekunden gedrückt hält. Die anderen (normalen) Modi erreicht man über ein einfaches Drücken des Schalters. Ein Drücker schaltet die Lampe in den hellsten Modus, ein weiterer Drücker in den nächstdunkleren, noch einer in den Dunkelsten. Dann fängt es wieder von vorne an. Zum Ausschalten der Lampe muss der Schalter für ca. 2 Sekunden gedrückt werden. Ganz nett gemacht: nach dem jeweiligen Ausschalten leuchtet die LED für einige Augenblicke in grün, gelb oder rot nach und zeigt somit den Batteriezustand an.

Die Bedienung ist also denkbar einfach, nur fehlt der Lampe ein wirklicher Einschaltschutz. Den gibt es nur mechanisch über einen eingerückten Schalter. Bei mir hats bislang gelangt.
Der Schalter lässt sich auch mit Handschuhen ausreichend gut bedienen. Sehr gut gefällt mir die Neigungsverstellung der Lampe über rund 90°. Klasse wäre es aber, wenn man die Lampe mit der Linse komplett nach hinten verdrehen könnte, um die Linse beim Transport vor Beschädigungen zu schützen.

Nicht so gut: die Batterieentnahme ist etwas fummelig.

Praxis

Die drei Leuchtmodi (blinken musste ich bislang noch nie) sind sehr praxisgerecht. Der hellste Modus reicht gerade noch zum Radfahren, ist dafür aber tendenziell zu schwach. Ein wirkliches Flutlicht erwirbt man mit der Trailrunner nicht, dafür aber eine Leuchte, die sich sehr gut für den großzügig erweiterten Nahbereich eignet. Naja, dafür ist sie ja auch gebaut und hier trumpft sie mit einem angenehmen Leuchtkegel. Der Spot ist recht hell, das Gesichtsfeld insgesamt sehr groß und das wirkt sehr angenehm und ist praktisch. Für alle langsameren Aktivitäten eignet sich der mittlere Modus gut. Der schwächste Modus ist hell genug fürs Lesen, könnte sogar noch etwas dunkler sein.
Bei allen drei (vier) Modi werden alle drei LEDs genutzt. Das mag bei der LED-Anordnung vorteilhaft sein, da man sonst möglicherweise ein sehr unharmonisches Leuchtbild erhielte, aber gerade beim Lesen fänd ich ein Spotloses Leuchtbild angenehmer. Vielleicht bin ich dabei aber auch nur von der in diesem Bereich überragenden Zebralight H50-Q5 verwöhnt. Mit Sicherheit bin ich das.

Sehr enttäuscht war ich von der Batterielaufzeit. Die mitgelieferten Batterien hielten nicht lange, wenngleich es sich um ziemlich hochwertige handelte. Vielleicht waren die Dinger einfach nur überlagert, denn mittlerweile passt die Laufzeit. Daten kann ich hier nicht liefern, die Einschätzung zur Laufzeit ist höchst subjektiv. Sehr positiv finde ich aber die Nutzung normaler Standardbatterien  (-akkus; AA), die man fast überall kaufen kann. Teure Spezialzellen sind nicht nötig.

Unvorteilhaft finde ich das Packmaß der Lampe. Sicher, auch viele andere Lampen sind nicht unbedingt ein Vorbild in ihrer Kompaktheit, aber für mich nimmt die Silva unterwegs einfach zu viel Platz weg. Ein weiterer Nachteil: die Lampe kann den Träger blenden und wer sie als Brillenträger nutzen will, muss sich unbedingt einen Blendschutz dranbasteln.

Fazit

Mein Fazit wird vielleicht ein klein wenig unfair, weil Silva nicht zuletzt im Namen auf den Einsatzbereich hinweist: Trailrunner. Für diesen Einsatzbereich ist die Lampe erstklassig und eine dicke Empfehlung wert. Die Ausleuchte ist hierfür prima, die Laufleistung in Ordnung, das Gewicht gut und die Trageeigenschaften insgesamt klasse.
Fürs Trekking und für Radtouren ist die Lampe ebenfalls gut geeignet, aber das Packmaß ist mir dafür etwas groß und der Lichtkegel könnte zum Lesen homogener sein, da zumindest ich sie hierfür viele, viele Stunden nutzen würde. Unfair? Was heißt unfair. Sie ist schlicht und ergreifend…

Und mein Prädikat?

Sehr empfehlenswert minus

Advertisements

Ein Gedanke zu „Test: Silva Trailrunner

  1. Pingback: Test: Petzl Nao – Die Stirnlampe mit einem Funken Intelligenz | Rad und Fuß

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s