Test: Soto Compact Lantern

Testbericht über die Soto Compact Lantern

[Bericht am 14.10.2012 aktualisiert]

Wenn ein Hersteller etwas völlig anders als alle anderen macht, dann ist möglicherweise Soto mit von der Partie. Was ist es denn diesmal? Was tolles, nämlich die Soto Compact Lantern: eine kleine, feine Gaslaterne. Und was ist so besonders an dieser? Einiges, vor allem schon mal der Preis: 74,95€ sind kein Pappenstiel für ein derartiges Produkt. Aber, das kann ich schon vorausschicken, der Preis kann sich durchaus lohnen!

Konstruktion & Bedienung

Im Großen und Ganzen ist die Soto einfach ein Zylinder. Oben sitzt das… was hell macht und unten der Rest. Und der hat‘s im wahrsten Sinne in sich – das Gas nämlich.
Der Boden mit den drei elegant ausklappbaren Füßen wird einfach und werkzeuglos abgeschraubt. Sichtbar wird ein Einfüllstutzen, wie an einem wiederbefüllbaren Feuerzeug. Über einen optional erhältlichen Adapter kann man zum Befüllen eine normale Schraubkartusche nutzen, ansonsten tut es auch gängiges Feuerzeuggas. Der Adapter ist mit ca. 15€ nicht billig, rechnet sich aber schon irgendwann. Ist der Tank maximal zu ca. 2/3 befüllt, kann es losgehen: Ein Drehschalter wird auf „zünden“ gedreht, per Piezo wird gezündet und schon brennt es – wie ein auf riesige Flamme eingestelltes Feuerzeug. Regulieren kann man die Flamme über einen sehr weiten Bereich und sehr feinfühlig durch Verdrehen des ganzen Unterteils. Das ist etwas ungewöhnlich, funktioniert aber beidhändig gut.
Die Regelung und die Gaszuführ sind bei der Soto übrigens getrennt. Soll heißen: es strömt nur Gas aus wenn der Schalter, der gleichzeitig den Zündfunken hervorruft, gedrückt und arretiert wird. Hier liegt der einzige Nachteil für mich. Der arretierte Schalter ist etwas nervig zu lösen, man muss quasi seinen Nagel unter den Schalter hebeln und ihn nach oben klicken. Das hätte man geschickter konstruieren können.

Der Ring, den wir eben auf „zünden“ gestellt haben hat drei Positionen, nämlich „zünden“, „Feuerzeug“  und „Glühstrumpf“. Die Soto kann man nämlich mit und ohne Glühstrumpf betreiben. Ohne erzeugt sie schlicht eine Flamme, wie es eben auch ein Feuerzeug vermag – nur wesentlich höher. Sonderlich hell ist das Ganze dann zwar nicht, aber als Ersatzmodus zum Glühstrumpfbetrieb (sollte dieser mal kaputtgehen) durchaus praktisch und gemütlich. Wesentlich heller ist die Soto im Glühstrumpfbetrieb. Sehr elegant ist dabei das Wegklappen des Schutzglases gelöst, um eben diesen Strumpf anbringen zu können. Letzteres ist ein klein wenig fummelig, aber so üblich und geht recht schnell von der Hand. Ein Glühstrumpf ist werksseitig mitgeliefert. Ich hab mir direkt ein Ersatzpäckchen nachgekauft und war von der Preiskreativität Sotos mal wieder beeindruckt, denn günstig ist nun wirklich was anderes. Runde 13€ kostet ein Päckchen Ersatzglühstrümfe. Wohlgemerkt sind in solch einem Päckchen nur 3 Stück enthalten. Liebe Güte, damit überflügelt Soto andere Hersteller preislich extrem!

Praxis

Aber gut, wir haben also den Glühstrumpf aufgezogen und korrekt vorbereitet. Zum Start muss der Drehring in die andere Richtung geschoben werden. Nun wird genauso vorgegangen wie bei der anderen Zündung. Der Unterschied… aah, jetzt ist die Soto blendend hell. Jedenfalls wenn man direkt hineinschaut.  Ansonsten beleuchtet die Lampe kleinere Räume ausreichend hell, aber sehr gemütlich… vielleicht vergleichbar mit einer 25 Watt Glühbirne.
Sofern man keine Flutlichtanlage benötigt, reicht die Helligkeit völlig aus – zumindestens den Leuten, mit denen ich bislang unterwegs war. Sehr angenehm ist dabei die minimale Geräuschentwicklung. Nebenbei lesen ist kein Problem, ganz im Gegensatz zu meiner ersten Markill die ich besaß.

Ein toller Nebeneffekt der Lampe sei übrigen noch bemerkt, den ich ursprünglich so gar nicht doll fand: den eingebauten Tank. Bei anderen Lampen wird eine Gaskartusche drangehängt und von dieser versorgt. Nun kann man entweder kochen oder leuchten – oder man führt zwei Kartuschen mit. Da die Soto einen eingebauten Tank besitzt reicht eine Kartusche für den Kocher und die Lampe.

Und wenn sie nicht brennt, bewahrt man sie einfach in der billigen Plastebox auf, die Soto mitliefert und die auch von anderen Herstellern bekannt sein dürfte.

Technische Daten

Gewicht Lampe (leer): 227g (selbst gewogen), 224g (Hersteller)
Gewicht Adapter: 25g
Gasfüllung: ca. 15g
Abmessungen (laut Hersteller): 120x60mm

Verbrauch: Bei Vollgas habe ich eine Leuchtdauer von ca. 95 Minuten ermittelt. Die Lampe war dabei mit ca. 15 Gramm Gas gefüllt und brannte bei Windstille und ca. 18°C.

Fazit

Mit der Soto Compact Lantern ersteht der Kunde eine teure, aber praktisch uneingeschränkt zu empfehlende Gaslaterne. Manch andere mag zwar heller brennen, aber auch ihr Lichtschein überzeugt in die meisten Situationen. Die Bedienung stimmt, die Verarbeitung ist prima – die Soto ist einfach klein und klasse. Nur eins sei noch gesagt: leider ist es nicht sinnvoll möglich zwischen Glühstrumpf und Feuerzeugflamme zu wählen, denn einen gebrauchten Glühstrumpf kann man nun mal nicht mehr abnehmen – er zerbröselt bei der Berührung.

Und mein Prädikat?

Sehr empfehlenswert

Würde ich sie einem Freund empfehlen?

Ja, definitiv. Und selbst würde ich sie mir ebenfalls wieder kaufen.

Weiterführende Infos

Herstellerseite

Ein informatives Video zu der Lampe gibt es von „campsave“.

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