Das KMX Venom – eine Liebeserklärung

KMX Venom - IMG_1125Ein Monat und 550 Km später: KMX Venom

Vor ein paar Jahren besuchte ich mit einem Kumpel die Touristika in Frankfurt, eine Messe für Touristik und Caravaning. Damals sah ich das erste Mal Wohnmobile & Co. von innen, manche von ihnen haben mich schon ein wenig beeindruckt. Schöner, spannender, interessanter war jedoch definitiv der kleine Rundparcours, auf dem man Fahrräder testen konnte. Na, ich muss nicht jedes Rad probefahren was mir unterkommt, aber hier standen Liegetrikes herum, bis dato völlig fremd für mich. Zwei von ihnen fuhr ich denn auch, beide von HP Velotechnik, eins mit E-Untersützung – damals noch kaum verbreitet.
Die erste Runde tastete ich mich an das Trikefahren heran, dann ging es schneller und schneller, die Kurven knackiger und schon versuchte ich alles kurvige auf zwei Rädern zu durchziehen. Absteigen wollte ich eigentlich nicht mehr, aber… nun, ich war ja nicht der einzige der diese Geräte fahren wollte. Die E-Variante des HP Scorpion war dank der tollen Beschleunigung –und des Preises- nochmals beeindruckender, aber bereits die nicht elektrifizierte Version kostete über 3000€. Für mich als Studenten war das ein schier unüberwindbares Hindernis. Gebrauchtkauf? Klar, aber die Biester haben einen dermaßen guten Werterhalt…
Meine anfängliche Begeisterung wich nie, wohl aber schwankte sie zwischen verschiedenen Erregungsstufen und erreichte einen ersten Höhepunkt, als ich mein Studium beendete und zu arbeiten begann. Nun ja, anderes war wichtiger, band meine Finanzen und so ging ich erst dieses Frühjahr wirklich auf die Suche nach einem Trike. Zwischenzeitlich entdeckte ich die Firma KMX aus Groß Britannien, die relativ einfache Trikes (soll heißen: ungefedert & nicht zu falten) zu einem relativ günstigen Preis herstellen. Als ich das KMX X-Class mit einer sehr schönen Ausstattung gebraucht fand, überlegte ich nicht lang und kaufte es mir. Aaah, Spaß hat es gemacht, aber dennoch war es nicht genau das, wonach ich gesucht hab. Nur zwei Wochen später machte ich mit einem netten Kerl den Kauf seines KMX Venom klar. Mit an Bord waren bereits hydraulische Scheibenbremsen, der Zustand des Rades war außerdem sehr gut und der Preis wirklich human. Donnerwetter, ging das aber schnell.
Bereits als ich das gute Stück am 4.4. abholte und die paar Meter damit zum Auto fuhr war klar: Ja, das ist es. Genau das ist es! Genau einen Monat, also rund 550 Kilometer später, vergeht fast kein Tag, an dem ich nicht wenigstens ein paar Minuten damit unterwegs bin und Spaß ohne Ende hab. Absteigen? Will nicht, muss aber manchmal.

Was mir am Triken so viel Spaß macht?

Die Perspektive. Der Blick ist nach vorne gerichtet, nicht wie auf einem normalen Rad schräg nach unten. Leute, ich sehe den Himmel und die Vögel und muss den Kopf nicht in den Nacken strecken.
Die Kurven. KMX-Trikes fahren sich sehr Go-Kartig, reagieren präzise und schnell auf Lenkbefehle, flitzen einfach um die Kurven. Die Kurven immer schneller anzugehen, sie auf nur noch zwei Rädern zu durchpflügen, macht unglaublich Spaß. Enge Kurven werden per Hinterbremse durchdriftet, Wendungen werden damit nahezu auf Radwegbreite durchgeführt.
Die Geschwindigkeit ist mit den Teilen nicht übel, in der Regel bin ich etwas langsamer unterwegs als früher, in der Ebene komme ich aktuell aber auch auf knapp 50Km/h.
Immer wieder, wie beispielsweise vorhin, beginne ich die Fahrt gemütlich, möchte einfach durch die Gegend cruisen. Alsbald verfalle ich aber in Lust und donnere um Kurven, probiere dies und das mit dem Rad aus. Dann komme ich zu einer schönen Ecke und bleibe einfach stehen. Sitzen tue ich ja eh schon, träume einfach vor mich hin. Das Leben auf so einem Trike kann schon ganz schön gammlig sein… wenn man es nicht krachen lässt.

Man sagt: „Neue Besen kehren gut.“ Sicher, mag schon sein. Seit ich das Venom hab, habe ich keines meiner anderen Räder mehr benutzt – vom Weg zur Arbeit mal abgesehen. Es ist definitiv nicht mein schnelleres Rennrad. Mit meinem MTB durchpflüge ich harte Strecken leichter und besser. Im Alltag ist mein Stadtrad die praktischere Wahl. Das Trike macht aber schlicht noch mehr Spaß.

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