Test: Eureka Quazar 3 SUL

Eureka Quazar 3 SUL - DSC00630Mit einem Quazar und mächtig Venom durch Nordhessen

Ganze 170cm ist das Eureka Quazar 3 SUL breit und auch zwei Meter Recken sollten in ihm noch aufrecht sitzen können. Was um alles auf der Welt will ich mit diesem Palast?! Zum Wandern werde ich dieses Ungetüm von einem Zelt doch wohl nicht mitnehmen, oder? Und auf dem Rad? Klar, big is beautiful und so reisten wir jüngst durch mein geliebtes Nordhessen und derlei Gegenden mit der Mama aller Zelte und ich dazu mit meinem geliebten KMX Venom AL.

Grober Plan war freitags nach der Arbeit mit der Bahn nach Kassel zu fahren, von dort nach Hann. Münden, dann Göttingen, Bischhausen, Sontra, Rockensüß und dann die Fulda flussaufwärts, bis wir keine Lust mehr haben. Vor Hann. Münden fanden wir unseren ersten Schlafplatz und bauten das Quazar im Dunkeln auf.

Aufbau

Das Gestängegerüst ist hier gut zu sehen.

Das Gestängegerüst ist hier gut zu sehen.

Insgesamt gestaltet sich der Aufbau einfach, dauert aber bauartbedingt dennoch etwas

länger. Vier seperate Gestängebögen werden zuerst einzeln und dann komplett zusammengefügt. Idealerweise fixiert man das Innenzelt bereits jetzt mit Heringen am Boden und steckt dann die dafür vorgesehenen Gestängeenden in die Ösen der Gurtbänder an den Zeltecken.
Wir fanden es hilfreich nun nochmal zu schauen, ob noch alle Steckverbindungen passen, ab und an konnten sich zwei Gestängesegmente wieder etwas voneinander lösen, was sehr schnell zu Rissen oder Brüchen führen kann.
Das Innenzelt wird nun von oben nach unten angeklippt und in trockenen Sommernächten langt das bereits zum drin nächtigen. Bei Wind und Regen spannt man noch das Außenzelt drüber, fixiert es an den Gestängen mit Klettverschlüssen, an den Gestängeenden mit eigenen Ösen und spannt es mit mindestens vier Heringen ab. Vier Heringe benötigen die beiden Apsiden, zwei die seitlichen Lüfter, vier weitere die Sturmabspannungen (die wir bislang immer weggelassen haben).

Die Heringsschlaufen sind allesamt nicht in der Länge zu verstellen, das ist bei steinigem Boden etwas unpraktisch. Ansonsten geschieht der Aufbau mühelos, auch wenn das Zelt auf unserer Tour nicht so sauber stand wie auf unserem Dachboden beim Probeaufbau.

Details & Praxis

Ob nun aber sauber oder nicht, das Zelt stand. Der wehrte Camper hat nun die Wahl zwischen drei Eingängen zu jeder Apsis. Bevorzugt er den mittleren, kann er gleich zwei Stöcke nutzen und die „Tür“ als Vordach aufspannen. Durch die geräumigen Apsiden, die auch knapp Platz bieten sich mal drin umzuziehen, gelangt man ins Innenzelt, in welchem man sich zu zweit beinah verlaufen kann. Sitzhöhe ist dank der sehr steilen Wände quasi überall gegeben, Platz eh. Drei normalbreite Isomatten passen locker nebeneinander. Die Länge ist zwar mit ca. 200cm eher knapp bemessen, aber gestört hat das meine 183cm nicht. Am Kopf- und Fußende ist das Außenzelt auch sehr weit abgespannt, das sollte man also auch durch Ausbeulen des Innenzeltes kaum berühren können. Apropos weit abgespannt: In diesen Bereichen, an Kopf- und Fußende, sitzen gigantische Lüfter. Bodennah kann für viel Platz zwischen Innen- und Außenzelt gesorgt werden, mitten obendrüber erblickt man dann den eigentlichen Lüfter – welch ein Monstrum! Kondensprobleme hatten wir keine, obwohl es geregnet hat und wir auf feuchten Wiesen nahe der Fulda standen.
Die gute Belüftung wird im Innenzelt fortgeführt. Im Bereich der Lüfter und die kompletten Türen sind mit normalem Innenzeltstoff gedoppelte Moskitonetzflächen. Je nach Wetter kann man das Moskitonetz freilegen – oder weben gerade nicht – und somit für mehr oder weniger Durchzug sorgen. Prima.

Sechs geräumige Taschen helfen Ordnung zu halten. Ich verstauen da gern Packsäcke (Isomatte & Schlafsack), Stirnlampe, Tacho, Schlüssel, Handy und so Kram drin. Durch die Schlaufen am Zelthimmel kann man sich eine (Wäsche-)Leine ziehen oder einfach eine Lampe etc. dranhängen.

Die gesamte Bedienung des Zeltes ist einfach, die Reißverschlüsse laufen sehr gut, die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Einzig habe ich es geschafft den Außenzeltreißverschluss ab und an mal im Stoff zu verklemmen (Magda ist es nicht passiert), nächstes Mal passe ich besser auf.

Technisches

Gut zu sehen, das (eigentlich) abgedeckte Moskitonetz am Innenzelt und die prima Lüftungsmöglichkeiten am Außenzelt.

Gut zu sehen, das (eigentlich) abgedeckte Moskitonetz am Innenzelt und die prima Lüftungsmöglichkeiten am Außenzelt.

Das Zelt eigenet sich sehr gut für Touren von Frühjahr bis Herbst. Die verwendeten Materialen sind schon ordentlich dünn, machen aber einen guten Eindruck. Außenzelt: 20D silikonisiertes Ripstop Nylon (1500mm Wassersäule), Innenzeltboden: 33D Polyester (2000mm Wassersäule), Gestänge: 9 bzw. 11,1mm DAC Pressfit. Insgesamt kommt das Zelt auf sehr ordentliche 2,95Kg (Herstellerangabe), wobei ich 1790g gewogen hab (1930g Außen- & Innenzelt, Zeltbeutel und 860g Gestänge & Beutel). Je nach Anzahl und Gewicht der verwendeten Heringe, ist ein Gewicht von knappen 3000g realistisch.
Interessanterweise habe ich im Netz übrigens verschiedene Materialangaben zu diesem Zelt gefunden, verlasst euch also nicht vollends auf diese.

Fazit

Das Quazar 3 SUL verbindet geringes Gewicht mit einer enormen Geräumigkeit. Knappe 3Kg sind für drei Personen schon nicht schlecht und für zwei noch locker zu schultern. Ich habe die Geräumigkeit im zelt mal richtig genossen, dennoch wird das Zelt unter Wanderern wohl nur wenig Freunde finden. Kleiner, leichter, unauffälliger ist hier gefragter. Aber auch für Rucksackreisende möchte ich das Zelt nicht von vornherein ausschließen, ich sehe in dem Quasar 3 SUL einen sehr guten Allrounder für viele Outdooraktivitäten und Leute, die im Zelt einfach Platz brauchen. Alle anderen könnten im Quazar 2 SUL eine schöne Alternative finden.

Das Zelt ist nicht die optimale Wahl für Wildcamper, Grammjäger oder Puristen, aber als luxuriöser Allrounder insgesamt…

Und mein Prädikat

Sehr empfehlenswert

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