Radtour an Rhein und Mosel bei Starkregen.

Mainzelmännchen an Rhein und Mosel - IMG_0206Es ist zwar eine blöde Idee, aber na gut… ich komme mit.

Die Forumsstaffel sollte also von Mainz nach irgendwo an der Mosel… oder derlei Gegenden. Was hab ich damit zu tun? Nichts. Aber Andrea hat gesprochen und so kam ich also mit. Und wusste gleich: das ist eine blöde Idee.
Völlig unchristlich die Zeit des Aufbruchs, immerhin ein kleines Frühstück unterwegs. Wir saßen noch nicht ganz auf den Rädern, als wir auch schon wieder anhielten und unsere Regenpanzer anzogen. Regenjacke, Regenhose, Gamaschen. Derlei eingepackt radelten wir denn nach Koblenz, indes wurde der Regen stetig stärker – beim Besuch des Deutschen Ecks schüttete es in Strömen. Einen hervorragenden Asiaten aufsuchend, verbrachten wir unsere Mittagspause lecker schmausend unter bemitleidenden Blicken der Mitesser. Meine Gore-Tex ActiveShell Jacke hat irgendwann ihre Arbeit eingestellt und mich sozusagen im Regen stehen lassen. Die Beine waren trocken, Füße auch, aber meine zweite Schicht am Oberkörper klitschnass – und ich bin sicher, dass das nicht nur Schweiß war oder sich auf Saugeffekte zurückzuführen ließ. Uns war nass und kalt, aber das Essen superlecker. Immerhin ein Lichtblick.
Weiter gings nun an der Mosel entlang. Ja, schön ist die Mosel ja. Aber: Selbst die schönsten Weinberge werden langweilig, wenn man nichts anderes erblickt und nicht einmal weiter in die Landschafft blicken kann als eben nur zu jenen. Zudem ist die Radwegführung teilweise nervig. Hier wird man mal wieder über die Hauptstraße geführt, fährt immer wieder auf eben dieser oder es geht hier links, da rechts im Zickzack durch (schöne!) Ortschaften. Wie schon am Rhei donnern Motorradfahrer durch das Tal, nutzen die zahlreichen Kurven, lassen ihre Maschinen knattern. Macht sicherlich tierisch Spaß, ist aber auch ungemein laut. Sind es keine Motorräder, genießt man den Klang der Eisenbahnen. Kurz: das Tal ist schön, keine Frage. Die Ortschaften laden zum Verweilen ein – aber sonderlich gern bin ich dort nicht. Bald wird die Gegend trotz ihrer Schönheit (für mich) langweilig und es ist mir, auch wenn ich Frankfurt gewohnt bin, schlicht zu laut. Tja, und davon ab, hat es auch weiterhin geregnet, bis so langsam die Dunkelheit einkehrte und wir uns auf einem Berg einen Schlafplatz suchten.

Weiter gings am kommenden Morgen nach einer frischen und feuchten Nacht. Feucht war auch die Devise dieses Tages, denn mal wieder hat es geregnet, wenngleich nicht die ganze

Zeit. Waren die Regenpausen ein wenig länger, dann konnten wir sicher sein: ziehen wir die Regensachen aus, fängt es sofort wieder zu regnen an. Pfff. Immerhin waren meine Beine und Füße noch immer trocken – die meiner Mitfahrerin nicht mehr. Aber zu früh gefreut. Die Mosel war an einer Stelle leicht über die Ufer getreten, da fahren wir durch, sonst müssen wir wieder ein ganzes Stück zurücksetzen und hoch auf die Straße. Da geht die Mosel uns doch nicht etwa bis zu den Radachsen? Mist. Beine nass, in den Schuhen steht das Wasser, es ist kalt, ich hab keine Lust mehr. Andrea auch nicht. Wir steuern den nächsten Bahnhof an, schließich wird es auch langsam wieder dunkel (was es eh schon ist) – heim gehts.
Spaß hats irgendwie gemacht, okay. Aber ich wusste: das war eine blöde Idee.

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4 Gedanken zu „Radtour an Rhein und Mosel bei Starkregen.

  1. Pingback: "Winddicht, wasserdicht, atmungsaktiv" - nur ein Marketinggag? - Rad und Fuß

  2. Dazu kann ich nur sagen…Respekt!!! Radel zwar auch ganz gerne und bin auch passionierter Motorradfahrer, aber bei einem solchen Wetter treibt es mich mit Sicherheit nicht nach draußen.
    Selbst bei solchen Aussichten/Lichtblicken wie einem „leckeren Essen“ ;)!

    Vielen Dank für diesen Bericht und die Impressionen. Sobald ich mal in der Gegend bin werde ich mich daran machen die Tour nachzuverfolgen….jedoch nur bei schönem Wetter. Bin halt der typische „Schönwetterfahrer“ ;)!

    Gruß,
    Dom

    PS: Das Bild mit dem Mainzelmännchen ist der Hammer ;)!!

  3. „Das war eine blöde Idee“ – ob damit wohl etwa ich gemeint bin? tsss – wohl schon! Aber was der werte Autor vernachlässigt ist die Tatsache, dass bei strahlendem Sonnenschein an einem der Sahnestückchenorte in Deutschland wohl jede Tour mit Leichtigkeit zum Erfolg wird. An einem Wochenende wie diesem aber mit einer Regenwahrscheinlichkeit von nahezu 100% in den Schleifen von Rhein und Mosel zu bestehen und – ich zitiere erneut: „Irgendwie Spaß dabei zu haben“ ist eine Kunst. Das kann nicht jeder – wir schon! Also meiner Meinung nach letztendlich eine Super Idee und ein famoses Training zum vertreiben schlechter Laune. Schööö war’s! 😉

    lg andrea

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