Rumänien 2010 – Teil 4 – 24.-27.7.2010

24.-27.7.
Wir brechen wieder auf, haben kein Geld (zumindest keine Lei) mehr in der Tasche und kaum noch Wasser. Die Strecke ist streckenweise der Hammer: kindskopfgroße Wackermänner und metertiefe (…naja…) Schlaglöcher überall auf der Straße. Martin verliert auf der nächsten Abfahrt zwei Mal sein Salewa Micra vom Gepäckträger. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit war auf dieser Tour nie hoch, auf diesem Straßenbelag wird sie noch geringer. Die Landschaft: viele Träume!
Wir fahren also von dem freien Campingplatz bei Cetatile Ponorului los, verlassen das schöne Tal und wenden uns in der Hauptsache nach Osten. Mal gehts rauf, mal gehts runter, wir treffen eine uns schon bekannte polnische Reisegruppe auf der Ladefläche eines LKWs wieder, finden wieder wilde Pferde, genießen die Stille der Bergwelt. Vorbei gehts an Cabana Padis, bald auch an Poiana Horea. Bald? Naja, bis dorthin hats denn doch etwas gedauert und ganz nebenbei auch mal wieder geregnet. Netterweise hats der Wettergott aber doch ganz gut mit uns gemeint und den Regen wieder nicht Überhand nehmen lassen.
Bis wir im Ariestal eintrafen hatten wir nur „B-Straßen“ unter uns, vor uns und hinter uns. Die sind langsam und unbequem, aber ich fahre sie unheimlich gern! Hier fahren die rumänischen Autofahrer endlich mal vernünftig Weiterlesen

Advertisements

Rumänien 2010 – Teil 3 – 22. & 23.7.2010

Der Anstieg ist (leider) schon vorbei.

22.7.
Bevor wir uns den Anstieg des Tages gönnten, gönnten wir uns lieber nochmal ein anderes schönes Ereignis und fuhren zu den Füßen des „Amfiteatrul Boga“. Von oben muss man einen herrlichen Ausblick haben, von unten, naja, mit den Rädern kommt man wohl nicht so ganz dorthin, wo wir hinwollten. Immerhin erblickten wir einen schönen Wasserfall und ich duschte dort mal auf die Schnelle meinen Kopf. …wurde dann aber tückischer- und hinterlistigerweise ganz druntergeschuppst, was mir nicht nur den Atem nahm, sondern auch meine Radhose einweichte. Puuh, ich hatte eine in Reserve dabei.
Schließlich mussten wir uns von diesem Ort losreißen und den Pass dann doch beginnen – nach einer Eispause nach sehr wenigen Höhenmetern. Die Straße wird gerade Asphaltiert, zumindest sind die Schuffter sehr am Bauen. Die Hochfahrt ist in Ordnung, nicht so wahnsinnig anstrengend, aber der Boden ist recht lehmig und auf einem steinharten Untergrund befindet sich eine mehr oder weniger dünne, schmierige Schicht, die das Fahren, gerade bei Regen (und denn hatten wir mal wieder eine halbe Stunde lang), nicht unbedingt angenehmer gestaltet.
Jut, jut, irgendwann haben wir es alle geschafft, der Berg ist Weiterlesen

Rumänien 2010 – Teil 2 – 20. & 21.7.2010

Los gehts!

Endlich gehts los!

Am 20.7. nun der Aufbruch von „Inne Feldern“. Über Santana, Pancota, Selaus und Sicula erreichten wir die „79A“, die wir bis Barsa nach Osten fuhren. —Einschub, Einschub: der geneigte Leser wirs feststellen, dass ich zwar meist die rumänischen Namen verwende, nicht aber die rumänischen Sonderzeichen. Weiter, weiter— Die Temperaturen waren vorerst noch enorm schweißtreibend, die Luft noch immer ungewohnt feucht. Zumindest Punkt eins änderte sich, je näher wir an die Westkarpaten heranfuhren. Es wurde nicht nur immer hügeliger, sondern auch immer bedeckter und kühler. Plötzlich ein Wolkenbruch. Wir verkriechen uns unter der Eva (wie, die kennst du nicht?) und freuen uns, als das schlechte Wetter weiterzieht.
In Barsa verlassen wir die Hauptstraße und versuchen Vascau über eine Nebenstrecke zu erreichen. So „neben“ ist die Strecke denn aber doch nicht, wir befinden und plötzlich in einem touristisch recht gut erschlossenem Gebiet. Nach 100Km Tagestour finden wir zufällig einen Campingplatz (ich glaube in Moneasa) und bleiben die Nacht dort. An und für sich ist es mir recht egal, ob ich nun irgendwo in den Büschen oder auf einem C’platz nächtige, allerdings mag ich nach einem Tag auf dem Rad durchaus eine Dusche und den beiden anderen dachten kaum anders. Hierin liegt der Grund, warum wir uns, trotz anderweitiger Planung, dann doch häufig auf bezahlten Plätzen niederließen. Mancher Orts, hier z.B., ist die Dusche aber auch eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung. Das Wasser war immerhin lauwarm und kam mit dem Druck, den ein Wasserstrahl nunmal entwickelt, wenn sich das Wasserbehältnis direkt über einem befindet. Der eingebaute Druckminderer tat sein übriges uns eine prächtige Dusche zu verwehren: Das Wasser kam mal hier und mal dort aus dem Schlauch heraus und so war es geschickter nicht den Duschkopf, sondern den Weiterlesen

Rumänien 2010 – Teil 1 – 18. & 19.7.2010

Martin und ich sind noch in Frankfurt und holen Magda gleich aus Stuttgart ab.

Die Ankunft… in Wien

Nach langer Wartezeit geht es nun endlich wieder los. Wir schreiben den 18.07.2010 und sitzen in einem Zug nach Wien, das eigentlich Ziel: die rumänische Grenze.
Das habe ich auch bei meiner letzten Rumänientour 2007 so gemacht: nur eine Fahrkahrte nach Budapest gekauft, Wien als Zwischenstation, weil der direkte Zug keine Räder mitnehmen wollte. Auch diesmal wollte ich, wollten wir die Fahrt stückeln, einfach auch weil der Zugticketkauf von Deutschland aus häufig unverhältnismäßig teuer ist. Die Zugfahrt von Cheb (cz) nach Kosice (sk) z.B. kostet im Schlafwagen und mit Rad rund 55€, wenn man sie direkt im Land bucht. Mit etwas Glück gibt es noch freie Angebotsplätze, dann fährt man im 6er Schlafwagenabteil inkl. Rad für 19€. Löst man ein identisches Ticket von Deutschland aus, so sind rund 110-120€ zu berappen.

In Wien wollten wir uns eigentlich nur einen wenige stunden währenden Aufenthalt gestatten, dass es etwas länger wurde, immerhin eine Übernachtung mit anschließender Zeit zum guten Stadtbummel, ist meiner spontanen Unfähigkeit zu verdanken, Fahrpläne zu lesen. Aber es hatte auch was gutes. So sind wir nämlich an eine sehr nette und hilfsbereite Ticketverkäuferin der Österreichischen Bahn geraten. Probleme bekommt der wehrte Radreisende nämlich, sollte er versuchen die Grenze zu Rumänien mit dem Rad im Zug zu überqueren. Das war in 2007 nicht möglich und scheint es jetzt noch immer nicht zu sein – trotz damals (07/2010) anderslautender Weiterlesen

Projekt 2010 – Teil 4 – 08.02.2010

Ganz schön kuschelig...

Schlafsack

Momentan wird der eigentlich 209€ teure Nordisk Strindberg bei manch einem Ebayhändler für wenig Geld verkauft. Wenig bedeutet hier, für rund 90-100€. Wir haben bei einem Händler einfach mal nachgefragt welchen Preis er uns bei der Abnahme dreier Strindbergs macht. 75€/Stück klangen gut und der Versand war dann auch schon mit drin. Wir haben nicht lange überlegt, sondern gleich gekauft. Der Strindberg klingt mit seiner Primaloftfüllung im Sommer ganz schön warm. Aber wir haben uns für ihn entschieden, weil wir ja auch mal höher hinaus wollen und es dort sicher auch kälter wird. Mir sind Reserven nach unten hin sehr lieb und wenn der Schlafsack für die meisten Nächte auch zu gut isolieren wird, kann ich ihn ja immernoch nur als Decke nutzen. Ansonsten langt mir für die rumänischen Nächte durchaus auch mein Seideninlet.
Seideninlet, genau. Ein solches kann die Isolationsleistung des Schlafsacks etwas erhöhen, schützt diesen aber vor allem auch vor Körperdreck und Schweiß. Immerhin geht man irgendwo da draußen nicht nochmal kurz vorm Schlafen Weiterlesen

Projekt 2010 – Teil 3 – 16.01.2010

Ich freue mich schon wieder auf die schönen Kirchen...

Urlaubsplanungstagebuchproijektrumänienzweitausendundzehn
– Teil 3 –

Unsere Strecke (Fortsetzung)

Ocna Subilului und dessen Salzseen werden, nach Sibiu, das nächste Etappenzielauf unserer 2010er Rumänientour sein, bevor es dann nach Cund geht. Cund kennt niemand, ist mir schon klar. Wo es liegt? Auf halber Strecke zwischen Medias und Sighisoara liegt Dumbraveni. Cund liegt nun rund 7 Luftkilometer nordwestlich von diesem Ort. Hier hab ich eine Weile gelebt und gearbeitet und möchte es nun gern wiedersehen. Auf dem Weg dorthin liegen einige nette und sehenswerte Ortschaften: Slimnic, Axente Sever, Copsa Mica mit seinen Industrieruinen, natürlich Medias, Brateiu mit seiner schönen Wehrkirche und dem ausgeprägtem Kupferhandwerk und direkt vor Cund liegt besagtes Dumbraveni mit seiner bekannten armenisch-katholischen Kirche.

Wenn wir uns im Anschluss an eine Übernachtung bei Cund auch noch Sighisoara angeschaut haben werden, haben wir die Wahl Weiterlesen

Die Jos und die Hmmms – und Rumänien steht in Flammen

Einer der vielen "wilden" Hunde

Zum Abschließen am Abschluss:

In ungefähr einem Monat habe ich rund 144 Stunden im Sattel verbracht und dabei 2549,58 Kilometer und 14269 Höhenmeter zurückgelegt. Viele Eindrücke und Erfahrung konnte ich dabei sammeln, habe nette und spannende Menschen kennengelernt – und auch durchaus meine Grenzen.

Mittlerweile denke ich voller Wehmut zurück an die Tour. Die positiven Seiten und guten Erfahrungen sind mir im Gedächtnis geblieben, das Unangenehme verliert seinen Schrecken mehr und mehr. Das mag mit ein Grund dafür sein, dass ich mittlerweile vom Heimweh (ja, Heimweh!) nach Rumänien geplagt bin und zurück möchte. Falls alles klappt wie ich mir das Vorstelle, wird es in einem halben Jahr wieder soweit sein. Und darauf freue ich mich wie ein Schneekönig!

Was hat es denn nun mit der Überschrift auf sich? Die Hmmms stimmen mich eher nachdenklich und haben teils durchaus bleibende Spuren hinterlassen. Die Jos, ja, das sind großartige Erfahrungen, schöne Gegebenheiten – einfach alles, was mir gefallen hat. In diesem Text kommen die Jos sehr kurz bei weg, die muss man schon aus den anderen Berichten erlesen. Das wird aber sicher nicht schwer sein. Wollte ich die Jos hier wieder aufzählen, so müsste ich wiederum Großteile der Tour zusammenfassen. Bringt also wenig.

1. Es bellt Weiterlesen