Zebralight H50-Q5 inkl. Beamshots

Zebralight H50-Q5.

Zebralight H50-Q5

Heute bringe ich etwas Licht in das Dunkel der Welt und vergleiche meine alte Petzl Myo XP (aber nur ganz kurz) gegen die Zebralight H50-Q5. Es sind beides Stirnlampen, beide nutzen eine Diode als Lichtquelle und AA-Zellen als Energiequelle. Und da hat es sich mit den Gemeinsamkeiten auch schon. Okay: beides sind nicht mehr die ganz aktuellen Modelle. Die Petzl ist zwar noch im Angebot, hat aber mit der geregelten RXP-Variante eine starke Konkurrentin bekommen. Die RXP versucht nachlassende Batteriespannung zu retuschieren und das Licht gleichbleibend hell zu halten. Die Myo XP hingegen ist ungeregelt und wird mit schwächer werdender Batteriespannung immer dunkler.

Stromversorgung, Lieferumfang & Bedieung

Die Zebralight besitzt wiederum eine Regelung und kompensiert den Helligkeitsabfall entsprechend. Sie kann in drei Stufen betrieben werden und besitzt dann folgende Batterielaufzeiten (Herstellerangaben mit einem 2700mAh Sanyo Akku):

Low: 2,6 Lumen für ca. 3,5 Tage
Medium: 13 Lumen für ca. 19 Stunden
High: 66 Lumen für ca. 2 Stunden 20 Minuten

Apropo Batterie. Natürlich kann man in der Lütten neben normalen Batterien auch NiMH-Akkus und Lithium-Zellen einsetzen. Immer genau eine! Und das ist (u.a.) das wirklich tolle an der Lampe. Eine einzelne Batterie wird in ein Gehäuse gesteckt, welches kaum größer ist als die Batterie als solche und nur unwesentlich schwerer – und schon kanns losgehen… oder beinah. Das doppelt gedichtete Batteriefach (als solches dient ja fast die gesamte Lampe) wird aufgedreht und die Batterie eingelegt. Aber wie rum nur? Hier veranstaltet der Hersteller ein Ratespiel mit den Nutzern. Das Gehäuse ist nicht entsprechend markiert – oder für meine Augen unsichtbar – und eine Anleitung konnte ich bei der Lampe auch nicht entdecken. Schon etwas seltsam.

Alles, was dabei war.

Wenn man die richtige Polarität herausgefunden hat (Vorsicht: Verpolung kann irreparable Schäden verursachen!), sind dem Einsatzbereich der Lampe kaum Grenzen gesetzt, was durch das mitgelieferte Zubehör auch unterstrichen wird. Neben dem normalen Stirnband mit nachtleuchtendem Halter, gibt es noch zwei weitere Halter dieser Art, von denen einer um den Hals gehangen werden kann. Ob diese Möglichkeit sehr praktisch ist, weiß ich (noch) nicht. Jedenfalls kann man die Lampe mit diesem Halter von der Decke herabhängen lassen und z.B. als Zeltlaterne nutzen. Aufgrund des mit 120° sehr breiten und extrem gleichmäßigen Abstrahlverhaltens, sollte das super funktionieren. Mit an Bord sind außerdem noch ein Gürtelklipp, eine kleine, schwarze Silikonummantelung, die den Abstrahlwinkel der Lampe verringern soll (ist wohl als Blendschutz gedacht) und noch zwei Dichtungsringe.
Eine Batterie wurde nicht mitgeliefert, was ich auf der einen Seite etwas spartanisch, auf der anderen Seite aber aus umwelttechnischen Gründen super finde. Akkus sind die Macht!

Wer bei dieser Zebralight einen Lichtschalter sucht, der sucht vergeblich. Bedient wird sie ausschließlich über den Batteriedeckel. Ist der zugedreht leuchtet sie, wird er einen kleinen Tick aufgedreht, ist sie aus. Nun könnte man mit einem Druck auf den Deckel aber noch morsen. Zum sicheren Ausschalten der Lampe dreht man den Deckel etwa eine viertel Umdrehung auf und hat dann einen sehr sicheren Einschaltschutz.

Zwischen den drei Helligkeitsmodi wechselt man ganz einfach durch kurzzeitiges Ausdrehen und wieder Andrehen der Lampe. Auf diese Weise schaltet man von dunkel nach hell und anschließend wieder auf dunkel usw. um. Das fand ich anfangs nicht so praktisch, halte davon aber mittlerweise sehr viel. Einziger Nachteil: zum Schalten braucht man am besten zwei Hände. Zumindest hier ist die Petzl im Vorteil, sie kann wunderbar einhändig bedient werden – am besten höchstens mit dünnen Handschuhe.

Verarbeitung

Schon von vornherien merke ich, dass es hier nicht viel zu schreiben gibt. Das Lampengehäuse besteht aus hart anodisiertem Alu und ist vorzüglich gearbeitet. Die geriffelten Grifflächen sind griffig und angenehm zu greifen. Das Batteriedeckelgewinde läuft gut und auch die Art der Dichtung erscheint solide. Und das Zubehör? Alles im grünen Bereich. Einzig auffällig ist der lockere Sitz der Lampe in der Stirnbandhalterung. Nein, natürlich kann sie da nicht herausfallen, aber man kann sie sehr leicht drehen. In der Praxis sollte es mit einem selbstständigen Verstellen aber keine Probleme geben: die Lampe ist recht symmetrisch aufgebaut und keine „Unwucht“ zwingt sie sich zu verstellen.

Der Blendnix. Tutse aber eh nicht.

Praxis

Mannometer, das war eben ein kurzes Kapitel. Ich bin schonmal gespannt wie lang diese hier werden wird, denn schließlich ist meine Zebralight ja noch ziemlich neu.

Vornweg muss ich eins klarstellen. Die Zebralight ist kein Flutlicht, sondern eine Lampe für den Nahbereich und auch noch ein wenig darüber hinaus. Mit der Myo XP kann sie im Fernbereich nicht konkurrieren und mit modernen Handlampen schon ganz und überhaupt nicht. Ihr Stunde schlägt bei allem, was nicht so weit entfernt ist. Pfade weit ab des Weges auszumachen ist nicht ihre Stärke und man sollte es auch unterlassen sie als Radlicht zweckzuentfremden. Muss man des Nachts jedoch sein Zelt aufbauen, kochen, will man lesen… oder was weiß ich was alles, so ist die Zebralight die Lampe der Wahl. Unglaublich gut ist ihr extrem homogenes Licht, welches eine weitestgehend gleichbleibende Helligkeit auf der ganzen direkt bestrahlten Fläche hinterlässt.

Im Nahbereich wird alles was man sieht praktisch gleich ausgeleuchtet. Man vergisst beinah eine Stirnlampe aufzuhaben – gerade auch, weil sie sich sehr bequem trägt und dazu noch ordentlich leicht ist.

Von der Myo XP auf höchster Stufe und mit aufgesetztem Diffusor unterscheidet sich die Helligkeit der Zebralight kaum sichtbar, liefert aber eben das wesentlich breitere und angenehmere „Lichtbild“. Kaum zu glauben.

Nur des Lichtbildes wegen habe ich mir aber keine neue Stirnlampe gekauft. Ausschlaggebende Gründe waren die extrem kompakte Bauform der H50, ihr Betrieb mit nur einem Akku und auch deren Kabellosigkeit. Ein prima Grund wäre noch die Variabilität gewesen, aber die war mir zum Bestellzeitpunkt noch gar nicht so richtig klar.

Packmaßvergleich.

Noch ein paar Daten

Ich hoffe die Bilder geben die Zwergigkeit der Lampe schon gut wieder. Ihre Abmessungen lauten:
Länge 66,5mm
Durchmesser 19,3mm
Damit ist sie etwa so groß wie mein kleiner Finger.

Winzig ist sie… und sehr leicht ebenso!
Das nackte Lampengehäuse wiegt nur schlappe 17g, das Kopfband 19g und alles andere Zubehör liegt bei maximal 11g (Halterung mit Kordel). Als betriebsbereite Stirnlampe bringt sie zur 59g auf die Waage, was ich Vergleich zur Myo XP extrem super ist. Letztere wiegt betriebsbereit 185g.

58g ist zwar kein Rekord, aber das Mehrgewicht gegenüber der 27g Petzl Zipka macht in erster Linie die AA-Batterie aus. Petzl setzt dabei auf für diesen Zweck recht alberne CR2032-Zellen. Was heißt albern? Dieser Batterietyp wird mit der Zeit teuer und Akkus in dieser Größe hab ich auch noch keine gesehen.

Und mein Prädikat? Sehr empfehlenswert minus

Verbesserung, um das „Minus“ wegzubekommen: Kennzeichnung der Polarität, kurze Bedienungsanleitung.

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3 Gedanken zu „Zebralight H50-Q5 inkl. Beamshots

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  3. Es gibt inzwischen sogar Knopfzellen Akkus zB. für cr2032, dennoch halte ich das für keine gute Dauerlösung, zumal dann wieder noch nen extra Ladegerät und auch der ein oder andere Satz Akkus nötig wird…

    Die Zebralight reizt mich schon länger, doch warte ich bisher vergeblich auf die H51 – also quasi ne h501 mit Reflektor -, das wär was…

    Danke auf jeden Fall für deinen Bericht, auch wenn mich das wieder noch „heißer“ auf die Lampe macht 😉

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